Schools That Care: Ein Weg, die psychosozialen Folgen der Pandemie erfolgreich zu bewältigen

Ein Beitrag von Sophia Alt im Blog der FINDER Akademie.

Schools That Care: Ein Weg, die psychosozialen Folgen der Pandemie erfolgreich zu bewältigen

Ein Beitrag von Sophia Alt im Blog der FINDER Akademie.

Zusammenfassung: Um die psychosozialen Folgen der Pandemie erfolgreich zu bewältigen, brauchen Schulen ein genaues Verständnis von der Belastung ihrer Schüler und den geeigneten Mitteln, diese zu lindern. Die Methode “Schools That Care” (STC) befähigt Schulakteure, Handlungsbedarfe zu erkennen, ein schulspezifisches Präventionskonzept zu erstellen und Ressourcen gezielt zum Wohle von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Das Angebot ist ab sofort bundesweit verfügbar.

STC ist Teil eines Kooperationsprojekts der gemeinnützigen FINDER Akademie, des Deutschen Präventionstags (DPT), dem Landespräventionsrat Niedersachsen / Niedersächsisches Justizministerium (LPR) und der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK). “Bereits 2012 hat die Kultusministerkonferenz Gesundheitsförderung als unverzichtbares Element einer nachhaltigen Schulentwicklung definiert. Insbesondere belasteten Schulen fehlen häufig die Mittel, diesen Anspruch zu verwirklichen”, erklärt Vivien Voit, Gesundheitswissenschaftlerin und Koordinatorin von STC. “Hier setzt die wissenschaftliche Methode STC an, die Handlungsbedarfe aufdeckt, bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen hilft und den Entwicklungsprozess unter Einbezug von Kindern und Erwachsenen begleitet.”

Lehrer, Sozialarbeit, Eltern und Kinder entscheiden gemeinsam

STC ist ein in Prozess in sechs Schritten, der auf anderthalb Jahre ausgelegt ist. “Am Anfang steht die gemeinsame Entscheidung, sich auf den Weg zu machen”, so Voit. Anschließend wird die Ausgangslage durch eine Schülerbefragung erhoben. “Aus der Präventionsforschung wissen wir, welche Faktoren sich fördernd oder belastend auf die Entwicklung und Gesundheit von Heranwachsenden auswirken. Schutzfaktoren sind zum Beispiel enge soziale Bindungen und eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Konflikte in der Familie oder fehlende Bindung zur Schule. Ausgeprägte Risikofaktoren begünstigen die Entwicklung von Ängsten, Depressionen und Substanzmissbrauch. Schutzfaktoren hingegen fördern die Resilienz. Auf Grundlage der Befragung wird ein individuelles Schulprofil erstellt. Es zeigt auf, welche Risiko- und Schutzfaktoren besonders ausgeprägt sind und wo es dementsprechend Handlungsbedarf gibt.” Entwickelt und für die bundesweite Nutzung zur Verfügung gestellt wurde das Befragungsinstrument vom DPT, LPR und DFK im Rahmen des Projektes “Communities That Care” (s.u.).

Eine schuleigenes Präventionskonzept und kontinuierliche Prozessbegleitung

Ausgehend vom ermittelten Bedarf erstellen FINDER und Schulakteure gemeinsam ein schulspezifisches Präventionskonzept und einen Maßnahmenplan. Die Auswahl von Maßnahmen erfolgt dabei über die “Grüne Liste Prävention”, ein Register wissenschaftlich geprüfter Programme der Prävention und Gesundheitsförderung. Bei der Umsetzung der Maßnahmen steht die FINDER Akademie den Schulen als Ansprechpartner mit langjähriger Implementationserfahrung zur Verfügung. Durch die Wiederholung der Schülerbefragung nach Ablauf des Projektzyklus wird nachvollzogen, wie sich die Umsetzung des Maßnahmenplans ausgewirkt und ob der Handlungsbedarf sich verändert hat. .

“Communities That Care”: Kommunale Präventionsstrategie als Vorbild für den Schulentwicklungsprozess

Vorbild für den Schulentwicklungsprozess ist der in den USA entwickelte Ansatz “Communities That Care” (CTC). Dabei handelt es sich um eine Rahmenstrategie, die Kommunen eine bedarfsgerechte und zielgerichtete Planung und Steuerung ihrer Präventionsarbeit ermöglicht. “CTC wurde vor zehn Jahren vom Landespräventionsrat Niedersachsen nach Deutschland übertragen und wird mittlerweile in fast 50 Kommunen angewendet. Die Nachfrage ist so groß, dass wir uns 2018 entschieden haben, gemeinsam mit dem DFK eine Transferstelle einzurichten”, erklärt Sven Kruppik vom Deutschen Präventionstag. “Oft wissen Akteure vor Ort am besten, was sie brauchen. Deswegen schulen wir in Absprache mit den Landespräventionsräten in jedem Bundesland CTC-Multiplikatoren. Diese geben das Wissen in ihren Kommunen weiter und machen so nachhaltige Stadtentwicklung möglich. In mittlerweile fünf Landesstellen machen wir sehr gute Erfahrungen,” ergänzt Frederik Tetzlaff vom DFK. Ziel von “Communities That Care” ist es, ein stützendes Umfeld aufzubauen, das Kindern und Jugendlichen ein sicheres und gesundes Aufwachsen ermöglicht. Mit “Schools That Care” wird der erprobte Ansatz nun auch für die Einzelschule zugänglich.

Mehr Informationen zu “Schools That Care” finden Sie unter: https://schoolsthat.care

X
X
X
X