Die Rekrutierung neuer Schulen ist derzeit pausiert. Interessierte Schulen können sich über die Begleitseite 3vk.finder-akademie.de auf eine Warteliste setzen lassen. Nächste Infoveranstaltungen: 18.02.2026 und 26.02.2026, jeweils 17–18 Uhr, MS Teams. Die RCT ist unter DRKS00036581 im Deutschen Register Klinischer Studien registriert.
Hintergrund
Sexueller Kindesmissbrauch stellt ein drängendes Problem der öffentlichen Gesundheit dar, und ein beträchtlicher Anteil der Vorfälle wird durch Personen unter 18 Jahren verübt. Obwohl es verschiedene Programme zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch gibt, richten sich nur wenige an Jugendliche als potenzielle Täter und gleichzeitig potenziell Viktimisierte – die meisten Ansätze fokussieren einseitig auf Opferschutz.
Das US-amerikanische Programm Responsible Behavior with Younger Children (RBYC), entwickelt am Moore Center for the Prevention of Child Sexual Abuse der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, ist ein vielversprechender Ansatz, der speziell für Schulkinder der Mittelstufe entwickelt wurde. RBYC legt einen trauma-informierten Fokus sowohl auf Täterprävention als auch auf Viktimisierungsprävention. In den USA liegt eine erste Wirksamkeitsstudie vor.
Ziele
RBYC-Adapt überführt das Programm in den deutschen Kontext, implementiert es und prüft seine Wirksamkeit:
- Übersetzung und kulturelle Anpassung der RBYC-Programmmaterialien an den deutschen Sprach- und Kulturraum sowie an die rechtlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen.
- Entwicklung eines umfassenden Weiterbildungskonzepts für Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende zur effektiven Umsetzung.
- Pilotierung des adaptierten Programms an ausgewählten Schulen zur Optimierung vor der Vollimplementierung.
- Implementierung im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) an 24 deutschen Schulen.
- Evaluation der Wirksamkeit des adaptierten RBYC-Programms in Deutschland.
Methoden
Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen.
Phase 1 – Kulturelle Adaptation
Die Programmmaterialien werden übersetzt und nach dem Ecological Validity Model (Bernal, Bonilla, Bellido 1995) an kulturelle Besonderheiten und den deutschen Rechtsrahmen angepasst. Workshops mit Fachleuten und Kooperationspartnern verdichten die Anpassungen. Parallel wird ein Weiterbildungskonzept für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit erstellt.
Phase 2 – Pilotstudie und RCT
Das adaptierte Programm wird zunächst an 1–2 Schulen pilotiert, um Durchführbarkeit und erste Anwendungshinweise zu sammeln. Anschließend erfolgt die Rekrutierung der 24 RCT-Schulen, die randomisierte Zuweisung zu Interventions- und Kontrollbedingung, die Durchführung des Programms in Klassen 6–7 sowie die Prä-/Post-Erhebung mit Follow-up.
Zielgruppe
- Programmatische Zielgruppe: Schulkinder der Klassenstufen 6–7 (ca. 11–13 Jahre) an 24 deutschen Schulen
- Trainierte Multiplikatoren: Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende der beteiligten Schulen
Rollenverteilung
Das Konsortium arbeitet unter FINDER-Führung. Die Charité (Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin) verantwortet Studiendesign und externe Evaluation. Das Moore Center der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health begleitet als Programmentwickler die kulturelle Adaption. Die Oak Foundation und die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel tragen das Projekt als Förderer; die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel ist zudem inhaltlicher Partner.
Projektverantwortlich
Clara Charlotte Thiede (Koordination deutsche Adaption, RCT-Durchführung)
Verknüpfungen
- Begleitseite: 3vk.finder-akademie.de (Content wird im Projektverlauf ausgebaut)