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FAMILIE · Nr. 01 · Risikofaktor
Geschichte des Problemverhaltens in der Familie
Wenn Kinder in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil oder ein Geschwisterteil alkohol- oder drogenabhängig ist oder war, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie später Alkohol- oder Drogenprobleme bekommen. Wenn Kinder in einer Familie mit krimineller Vergangenheit aufwachsen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie selbst kriminelles Verhalten entwickeln.
Erhöht bei: Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst · Partnergewalt
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FAMILIE · Nr. 02 · Risikofaktor
Probleme mit dem Familienmanagement
Dieser Risikofaktor umfasst, dass Eltern kein klares Bild davon haben, welches Verhalten sie sich von ihren Kindern wünschen, dass sie ihre Kinder ungenügend beaufsichtigen oder dass Konsequenzen auf Regelverstöße unklar oder übermäßig streng ausfallen.
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FAMILIE · Nr. 03 · Risikofaktor
Konflikte in der Familie
Ständige und große Konflikte zwischen den Eltern oder zwischen Eltern und Kindern erhöhen das Risiko problematischer Entwicklungen. Die Erfahrung häuslicher Gewalt erhöht insbesondere die Wahrscheinlichkeit, später selbst gewalttätiges Verhalten zu entwickeln.
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FAMILIE · Nr. 04 · Risikofaktor
Zustimmende elterliche Haltungen zu Problemverhalten
Die Einstellung und das Verhalten von Eltern zu Drogen, Kriminalität und Gewalt prägen das Verhalten ihrer Kinder. Kinder von Eltern, die Gesetzesübertretungen verharmlosen oder gutheißen, sind stärker gefährdet, später selbst Probleme mit Jugendkriminalität zu entwickeln.
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SCHULE · Nr. 08 · Risikofaktor
Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten
Vor allem Kinder zwischen 5 und 8 Jahren, die sich in der Schule aggressiv verhalten oder Probleme haben, ihre Impulse zu kontrollieren, sind später stärker gefährdet, Drogen zu konsumieren und kriminell oder gewalttätig zu werden.
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SCHULE · Nr. 09 · Risikofaktor
Lernrückstände seit der Grundschule
Schlechte Schulleistungen ab den letzten Jahren der Grundschule weisen auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Problemverhalten hin. Ungeachtet der Ursache ist die Erfahrung wiederholten Versagens entwicklungsprägend.
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SCHULE · Nr. 10 · Risikofaktor
Fehlende Bindung zur Schule
Fehlende Bindung zur Schule bedeutet, dass die Schule keinen zentralen Stellenwert im Leben eines Kindes mehr einnimmt. Jugendliche, die diesen Bezugspunkt verloren haben, sind stärker gefährdet, ein Problemverhalten zu entwickeln.
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KINDER UND IHR FREUNDESKREIS · Nr. 14 · Risikofaktor
Entfremdung und Auflehnung
Jugendliche, die sich nicht als Teil der Gesellschaft erleben, sich nicht an gängige Regeln halten oder eine aktiv auflehnende Haltung einnehmen, sind stärker gefährdet, Drogenkonsum, Kriminalität und Schulabbruch zu entwickeln.
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KINDER UND IHR FREUNDESKREIS · Nr. 15 · Risikofaktor
Umgang mit Gleichaltrigen mit Problemverhalten
Jugendliche, die Umgang mit Altersgenossinnen und -genossen pflegen, die ein Problemverhalten zeigen, sind stärker gefährdet, dieselben Probleme zu entwickeln. Dies ist einer der konstantesten in Studien nachgewiesenen Risikofaktoren.
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KINDER UND IHR FREUNDESKREIS · Nr. 16 · Risikofaktor
Zustimmende Haltungen zum Problemverhalten
In der Grundschule sind Kinder oft deutlich gegen Drogen und Kriminalität eingestellt. Mit den Jahren kann sich ihre Einstellung ändern: Zustimmung zu Gesetzesübertretungen und Substanzkonsum geht der Ausübung oft voraus.
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KINDER UND IHR FREUNDESKREIS · Nr. 17 · Risikofaktor
Früher Beginn des Problemverhaltens
Je früher Jugendliche das Interesse an der Schule verlieren, Drogen konsumieren, Straftaten begehen oder sexuell aktiv werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme.
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KINDER UND IHR FREUNDESKREIS · Nr. 18 · Risikofaktor
Anlagebedingte Faktoren
Angeborene Abweichungen sind Faktoren biologischen oder physiologischen Ursprungs. Sie kommen häufig bei Jugendlichen vor, die Sensationen suchen, Gefahren nicht aus dem Weg gehen und Impulse schlecht kontrollieren können.
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 23 · Risikofaktor
Verfügbarkeit von Alkohol, Tabak und Drogen
Je mehr Drogen und Alkohol innerhalb eines Gebiets verfügbar sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Gebiet konsumiert wird. Auch die Wahrnehmung leichter Verfügbarkeit ist bereits ein eigenständiger Risikofaktor.
Erhöht bei: Gewalt · Substanzkonsum
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 24 · Risikofaktor
Verfügbarkeit von Waffen
In Deutschland geht es bei diesem Risikofaktor vor allem um den Besitz und das Tragen von Waffen wie Messern. In Gebieten mit höherer Verfügbarkeit steigt das Risiko gewalttätiger Auseinandersetzungen.
Erhöht bei: Gewalt · Delinquenz
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 25 · Risikofaktor
Normen, die Problemverhalten fördern
Über Normen innerhalb eines Gebiets wird sehr unterschiedlich kommuniziert: durch Gesetze und Veröffentlichungen, durch informelle soziale Interaktion und durch die Erwartungshaltung, die Erwachsene gegenüber Jugendlichen einnehmen.
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 26 · Risikofaktor
Fluktuation und häufiges Umziehen
Bewohnerinnen und Bewohner von Gebieten mit hoher Fluktuation sind stärker gefährdet, Drogen- oder Kriminalitätsprobleme zu entwickeln. Je mehr Menschen innerhalb eines Gebiets umziehen, desto höher ist statistisch die Kriminalitäts- und Drogenrate.
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 27 · Risikofaktor
Wenig Bindung in der Nachbarschaft und soziale Desorganisation
Gebiete, deren Bewohnerinnen und Bewohner sich ihrer Nachbarschaft nicht verbunden fühlen, die hohe Raten an Vandalismus aufweisen und wo öffentliche Orte wenig überwacht werden, haben oft mehr Probleme mit Drogen, Drogenhandel, Kriminalität und Gewalt.
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NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL · Nr. 28 · Risikofaktor
Hochgradige soziale und räumliche Ausgrenzung
Kinder, die in Gebieten mit Armut, schlechten Lebensbedingungen und hoher Arbeitslosigkeit aufwachsen, sind in ihrer Pubertät und im späteren Erwachsenenalter stärker gefährdet, Probleme zu entwickeln.
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