Programm · Organisationsentwicklung

Schools That Care

Prävention als Schulentwicklung.

In zwei Jahren zu einem belastbaren, datengestützten Präventionskonzept. Schools That Care verbindet internationale Evidenz mit den Bedarfen Ihrer Schülerschaft und führt Steuerungsgremium, Kollegium und Schulkonferenz Schritt für Schritt zusammen. Damit gesundes Aufwachsen in der Schule kein Zufall bleibt, sondern Auftrag wird.

Zielgruppe
Schulen aller Schulformen · Schulleitung · Präventionsbeauftragte
Dauer
~2 Jahre
Format
Organisationsentwicklung
Verbreitung
65 Schulen in Begleitung
Finanzierung
§ 20a SGB V
Aufwand und Finanzierung

Was die Schule leistet.

Zeitaufwand
Steuerungsgremium rund 2–3 Stunden pro Monat im ersten Jahr, spürbar weniger in der Umsetzungsphase. Zwei Fortbildungen vor Ort im ersten Jahr, drei Supervisionen im zweiten.
Kosten
Auf Anfrage, abhängig von Schulgröße und Landesförderung. Wir beraten Schule und Schulträger bei der Antragstellung.
Finanzierungswege
§ 20a SGB V über die gesetzlichen Krankenkassen. Für Schulen im Startchancen-Programm zusätzlich das Chancenbudget als zweite Förderschiene.
Verbreitung

65 Schulen in Begleitung.

Grundschulen, Sekundarstufen und Förderschulen · Stadt und Land · Nord und Süd.

Evidenzrahmen

Der Rahmen trägt.

Bildungspolitik, Förderrecht und wissenschaftliche Grundlage stützen den STC-Prozess gemeinsam.

  • Bildungspolitisch Gesundheitsförderung und Prävention als integraler Bestandteil von Schulentwicklung.
  • Förderrechtlich Strukturelle Bedingungen, unter denen Krankenkassen im Setting Schule fördern.
  • Zukünftiger Standard Verbindliche Erfassung von Wohlbefinden und datengestützte Entwicklungszyklen.
  • Wissenschaftliche Basis Hawkins und Catalano, University of Washington – 30 Jahre Längsschnitt zu 19 Risiko- und Schutzfaktoren.
Aus der Praxis

Stimmen aus den Steuerungsgremien.

F01

Warum haben Sie sich für STC entschieden?

  1. Wir haben uns für STC entschieden, da wir uns gefragt haben, wie wir uns dem sehr großen Berg an Präventionsfeldern erfolgreicher stellen können. Die Pandemie hat große Probleme mit sich gebracht, aber auch die Entwicklung technischer Möglichkeiten, auf die wir uns nicht vorbereitet gefühlt haben. Erziehungsaufgaben spielen eine immer wichtigere Rolle und wir haben das Gefühl, dass Elternhäuser vielfach mehr Unterstützung brauchen. Unser Präventionskonzept soll ein gelebtes Konzept sein, welches zu unserer Schülerschaft, aber auch zu unserer Elternschaft und zu unserem Personal passt. Es soll fest verankert, von allen getragen und auch weitergelebt werden, wenn einzelne Personen nicht mehr der eigenen Schule zur Verfügung stehen.

    Steuerungsgremium

  2. Wir kommen im Umgang mit Problemverhaltensweisen und der Konfrontation mit familiären Konflikten oft an unsere Grenzen. Wir wünschen uns durch den STC-Prozess einerseits pädagogische Handlungskompetenz und andererseits auch eine stärkere Vernetzung mit externen Beratungsstellen in unserer Region.

    Steuerungsgremium

F02

Was sind die Themen, bei denen Sie sich Veränderung wünschen?

  1. Wir wünschen uns für unsere Schülerschaft, dass sie mehr Verantwortung übernehmen. Das kann natürlich das eigene Lernen betreffen, aber auch sämtliche Entscheidungen, die sie für sich treffen. Natürlich wünschen wir uns auch, dass sie verantwortungsvoll im sozialen Miteinander agieren. Vielfach erleben wir Frust, Lethargie und Perspektivlosigkeit. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen sich als wirksam erleben und ressourcenorientiert auf ihr Leben blicken.

    Steuerungsgremium

  2. Ich wünsche mir für unsere Schülerinnen und Schüler Unterstützung dabei, Konflikte konstruktiv zu klären – zum Beispiel durch Programme, die soziale und emotionale Kompetenzen fördern oder durch Maßnahmen zur Stärkung der Klassengemeinschaft.

    Steuerungsgremium

F03

Wo sehen Sie Ihre Schule in drei Jahren?

  1. Unsere Schule hat eine klare Vision davon, wie sie Prävention stärken und Gesundheit fördern möchte. Die Vision wird vom gesamten Kollegium mitgetragen. Wir erleben uns als selbstwirksam und handlungskompetent.

    Steuerungsgremium

  2. In drei Jahren blicken wir positiv gestimmt und zufrieden auf STC zurück. Wir freuen uns darüber, diesen Prozess angegangen zu sein, da sich unsere gesamte Schulgemeinschaft mittlerweile mehr mit der eigenen Schule identifiziert. Schule und Freizeit sind für unsere Schülerschaft nicht mehr klar voneinander zu trennen. Sie geht in der Regel gerne in die Schule und das Miteinander ist zugewandt. Die Schülerschaft ist aktiv in die Planung und Durchführung von Projekten beteiligt.

    Steuerungsgremium

Für wen

Vier Rollen im STC-Prozess.

STC lebt vom Zusammenspiel von vier Rollen – formal entscheidend, operativ koordinierend, rahmensichernd und partizipativ mitwirkend. Jede findet auf dieser Seite ihren Ankerpunkt.

  1. Schulleitung

    Beschließt formal, bringt die Schulkonferenz in Stimmung und gibt dem Kollegium Rückendeckung.

    Was die Schule leistet
  2. Präventionsbeauftragte

    Koordiniert den Prozess operativ, trägt das Steuerungsgremium und moderiert die sechs Phasen.

    So arbeitet das Steuerungsgremium
  3. Schulträger und Schulsozialarbeit

    Sichern Rahmen und § 20a-Antragstellung, verknüpfen die Schule mit dem Sozialraum.

    Rahmen: KMK · § 20a · SWK
  4. Schüler- und Elternvertretung

    Wirken im Steuerungsgremium gleichberechtigt mit, nicht am Rand. Bringen Schülerrealität und Elternperspektive ein.

    Fragen aus Elternsicht
Gesundheitsförderung und Prävention sind integrale Bestandteile von Schulentwicklung. Sie stellen keine Zusatzaufgaben der Schulen dar, sondern gehören zum Kern eines jeden Schulentwicklungsprozesses.
Kultusministerkonferenz · Beschluss vom 15.11.2012
Was nach zwei Jahren steht

Drei belastbare Ergebnisse.

Eine Schule, die den STC-Prozess vollständig durchläuft, schließt mit drei Ergebnissen ab, die sich im Schulprogramm verankern lassen und etwas Konkretes für die Kinder und Jugendlichen verändern.

  1. Verabschiedetes Präventionskonzept

    Getragen von Schulleitung, Kollegium, Eltern- und Schülervertretung, verankert im Schulprogramm, nicht als Nebenprodukt.

  2. Datengestützte Priorisierung

    Aus der anonymen Schülerbefragung abgeleitete Risiko- und Schutzfaktoren, an denen die Schulgemeinschaft tatsächlich arbeiten kann.

  3. Förderbare Maßnahmen

    Ausgewählt nach Grüne Liste Prävention und vorbereitet für die § 20a-Finanzierung durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Aufbau

Phasen im STC-Zyklus.

Jahr 1 · Phasen 1–5 · Jahr 2 · Phase 6

Phase 1

Bereitschaft klären

Ist die Bereitschaft von Seiten der Schulleitung und des Kollegiums für die Anwendung von STC vorhanden? Unterstützt die Schulsozialarbeit eine gemeinsame Präventionsstrategie?

Schulkonferenz-Beschluss

Förderliche Rahmenbedingungen schaffen

Bereits 2012 hat die Kultusministerkonferenz in ihrer Empfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule festgelegt, dass Gesundheitsförderung und Prävention „integrale Bestandteile von Schulentwicklung” und „keine Zusatzaufgaben der Schulen” sind. Die Empfehlung verbindet diesen Auftrag mit Partizipation, Verhältnis- und Verhaltensorientierung, Lebensweltbezug, Stärkung von Lebenskompetenzen und interprofessioneller Vernetzung. STC operationalisiert genau diesen Rahmen: datengestützte Bedarfserhebung in der Schulgemeinschaft, Priorisierung gemeinsam mit Schülerschaft, Eltern und Kollegium, Anschluss an externe Partner im Sozialraum.

Der GKV-Leitfaden Prävention macht diesen Auftrag für § 20a SGB V konkret. Im Kapitel „Gesundheitsfördernde Schule” formuliert er die strukturellen Bedingungen, unter denen Krankenkassen im Setting Schule fördern: Beschluss der Schulkonferenz mit Lehrkräften, Eltern und Schülerschaft, Einbindung von Schulträger und Schulaufsicht, Bildung einer entscheidungskompetenten Steuerungsgruppe, Integration der Gesundheitsförderung in Schulprogramm und Leitbild, Bereitschaft zur Mitwirkung in Netzwerken. Maßnahmen sollen verhältnis- und verhaltenspräventiv zugleich sein, partizipativ angelegt und an den Bedarfen sowie lebens- und sozialräumlichen Voraussetzungen der Lernenden ausgerichtet. STC bildet diese Bedingungen eins zu eins ab: Phase 1 sichert den Schulkonferenz-Beschluss, Phase 2 das Steuerungsgremium, die Phasen 3 bis 6 übersetzen Bedarfserhebung, Priorisierung, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation in einen belastbaren Prozess.

Das SWK-Gutachten 2026 der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK schärft diese Linie und macht sie verbindlich: systematische Erfassung von Wohlbefinden und sozialer Eingebundenheit, datengestützte Entwicklungszyklen, sektorübergreifende Zusammenarbeit. STC bringt die drei Ebenen zusammen – den seit 2012 gesetzten bildungspolitischen Rahmen, die förderfähige Struktur nach § 20a SGB V und die Standards, die 2026 zur Pflicht werden sollen.

Die wissenschaftliche Grundlage

Schools That Care wurzelt in der der Social Development Research Group (SDRG) der University of Washington in Seattle. Über drei Jahrzehnte Längsschnittforschung zeigen robust:

  • Risikofaktoren addieren sich. Eine Vielzahl jugendlicher Problemlagen – Gewalt, Delinquenz, Schulabbruch, Substanzkonsum, depressive Symptomatik, frühe Schwangerschaft – geht auf denselben Satz von 19 empirisch belegten Risikofaktoren zurück. Je mehr Faktoren gleichzeitig wirken, desto höher die Wahrscheinlichkeit problematischer Entwicklung.
  • Schutzfaktoren puffern. Starke Bindungen an Familie, Schule und Nachbarschaft, Gelegenheiten zur prosozialen Mitwirkung, klare Normen und Anerkennung können trotz Belastung stabilisierend wirken.
  • Wenige Hebel, viele Wirkungen. Die Reduktion eines Risikofaktors oder die Stärkung eines Schutzfaktors kann mehrere Problemfelder gleichzeitig beeinflussen.

Die Erkenntnisse sind über ethnische und kulturelle Gruppen hinweg reproduziert worden. Die Auswertung der STC-Schülerbefragung erfolgt automatisiert.

Die Schülerbefragung im Überblick

Die Befragung findet online statt, in einer Schulstunde, auf schuleigenen Geräten, begleitet durch eine Aufsichtslehrkraft. Sie dauert rund 45 Minuten. Einsatzbereich: in der Grundschule Klassenstufe 3 und 4 (in Berlin und Brandenburg 3 bis 6), in der weiterführenden Schule ab Klasse 6. Die Teilnahme bedarf der elterlichen Einwilligung und ist freiwillig.

Die Erhebung ist anonym. Die Auswertung erfolgt mindestens auf Klassenstufenebene, nie auf Individualebene. Weder FINDER noch die Schule noch Dritte können Antworten einzelnen Schülerinnen oder Schülern zuordnen.

Ihre Prozessbegleitung

Unser interdisziplinäres Kollegium begleitet den Prozess mit Tatkraft, Struktur und Flexibilität. Die Wissensbestände stammen aus Arbeits- und Organisationspsychologie, Gesundheitswissenschaften, Gesundheitsförderung, Personalentwicklung und systemischer Organisationsentwicklung, ergänzt um pädagogische, sozialarbeiterische, medizinische, psychotherapeutische und sportwissenschaftliche Qualifikationen.

Wenn Sie abschätzen möchten, ob STC zu Ihrer Schule passt, sprechen Sie uns unverbindlich an. Ein 15-minütiges Gespräch klärt die Grundfragen zu Schulform, Zeitpunkt und Finanzierung. Gespräch vereinbaren →

Kooperation

Schools That Care wird gemeinsam getragen mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein. Die Methode ist zudem in das Communities-That-Care-Netzwerk eingebettet.

Faktoren und Wirkungen

Risiko- und Schutzfaktoren.

Ein Satz gut belegter Faktoren wirkt auf unterschiedliche Problemverhaltensweisen gleichzeitig, die Grundlage der datengestützten Strategie-Entwicklung im STC-Prozess.

Faktoren und Wirkungen

Risikofaktoren.

Risikofaktoren des STC-Modells, gegliedert nach Lebensbereichen (Familie, Schule, Kinder und ihr Freundeskreis, Nachbarschaft) und ihrer Wirkung auf 6 Problemverhaltensweisen.
Faktor Gewalt Delinquenz Substanz­konsum Schul­abbruch Depression & Angst Partner­gewalt
FAMILIE 4 Faktoren
Geschichte des Problemverhaltens in der Familie Risikofaktor. Wenn Kinder in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil oder ein Geschwisterteil alkohol- oder drogenabhängig ist oder war, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie später Alkohol- oder Drogenprobleme bekommen. Wenn Kinder in einer Familie mit krimineller Vergangenheit aufwachsen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie selbst kriminelles Verhalten entwickeln.
Probleme mit dem Familienmanagement Risikofaktor. Dieser Risikofaktor umfasst, dass Eltern kein klares Bild davon haben, welches Verhalten sie sich von ihren Kindern wünschen, dass sie ihre Kinder ungenügend beaufsichtigen oder dass Konsequenzen auf Regelverstöße unklar oder übermäßig streng ausfallen.
Konflikte in der Familie Risikofaktor. Ständige und große Konflikte zwischen den Eltern oder zwischen Eltern und Kindern erhöhen das Risiko problematischer Entwicklungen. Die Erfahrung häuslicher Gewalt erhöht insbesondere die Wahrscheinlichkeit, später selbst gewalttätiges Verhalten zu entwickeln.
Zustimmende elterliche Haltungen zu Problemverhalten Risikofaktor. Die Einstellung und das Verhalten von Eltern zu Drogen, Kriminalität und Gewalt prägen das Verhalten ihrer Kinder. Kinder von Eltern, die Gesetzesübertretungen verharmlosen oder gutheißen, sind stärker gefährdet, später selbst Probleme mit Jugendkriminalität zu entwickeln.
SCHULE 3 Faktoren
Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten Risikofaktor. Vor allem Kinder zwischen 5 und 8 Jahren, die sich in der Schule aggressiv verhalten oder Probleme haben, ihre Impulse zu kontrollieren, sind später stärker gefährdet, Drogen zu konsumieren und kriminell oder gewalttätig zu werden.
Lernrückstände seit der Grundschule Risikofaktor. Schlechte Schulleistungen ab den letzten Jahren der Grundschule weisen auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Problemverhalten hin. Ungeachtet der Ursache ist die Erfahrung wiederholten Versagens entwicklungsprägend.
Fehlende Bindung zur Schule Risikofaktor. Fehlende Bindung zur Schule bedeutet, dass die Schule keinen zentralen Stellenwert im Leben eines Kindes mehr einnimmt. Jugendliche, die diesen Bezugspunkt verloren haben, sind stärker gefährdet, ein Problemverhalten zu entwickeln.
KINDER UND IHR FREUNDESKREIS 5 Faktoren
Entfremdung und Auflehnung Risikofaktor. Jugendliche, die sich nicht als Teil der Gesellschaft erleben, sich nicht an gängige Regeln halten oder eine aktiv auflehnende Haltung einnehmen, sind stärker gefährdet, Drogenkonsum, Kriminalität und Schulabbruch zu entwickeln.
Umgang mit Gleichaltrigen mit Problemverhalten Risikofaktor. Jugendliche, die Umgang mit Altersgenossinnen und -genossen pflegen, die ein Problemverhalten zeigen, sind stärker gefährdet, dieselben Probleme zu entwickeln. Dies ist einer der konstantesten in Studien nachgewiesenen Risikofaktoren.
Zustimmende Haltungen zum Problemverhalten Risikofaktor. In der Grundschule sind Kinder oft deutlich gegen Drogen und Kriminalität eingestellt. Mit den Jahren kann sich ihre Einstellung ändern: Zustimmung zu Gesetzesübertretungen und Substanzkonsum geht der Ausübung oft voraus.
Früher Beginn des Problemverhaltens Risikofaktor. Je früher Jugendliche das Interesse an der Schule verlieren, Drogen konsumieren, Straftaten begehen oder sexuell aktiv werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme.
Anlagebedingte Faktoren Risikofaktor. Angeborene Abweichungen sind Faktoren biologischen oder physiologischen Ursprungs. Sie kommen häufig bei Jugendlichen vor, die Sensationen suchen, Gefahren nicht aus dem Weg gehen und Impulse schlecht kontrollieren können.
NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL 6 Faktoren
Verfügbarkeit von Alkohol, Tabak und Drogen Risikofaktor. Je mehr Drogen und Alkohol innerhalb eines Gebiets verfügbar sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Gebiet konsumiert wird. Auch die Wahrnehmung leichter Verfügbarkeit ist bereits ein eigenständiger Risikofaktor.
Verfügbarkeit von Waffen Risikofaktor. In Deutschland geht es bei diesem Risikofaktor vor allem um den Besitz und das Tragen von Waffen wie Messern. In Gebieten mit höherer Verfügbarkeit steigt das Risiko gewalttätiger Auseinandersetzungen.
Normen, die Problemverhalten fördern Risikofaktor. Über Normen innerhalb eines Gebiets wird sehr unterschiedlich kommuniziert: durch Gesetze und Veröffentlichungen, durch informelle soziale Interaktion und durch die Erwartungshaltung, die Erwachsene gegenüber Jugendlichen einnehmen.
Fluktuation und häufiges Umziehen Risikofaktor. Bewohnerinnen und Bewohner von Gebieten mit hoher Fluktuation sind stärker gefährdet, Drogen- oder Kriminalitätsprobleme zu entwickeln. Je mehr Menschen innerhalb eines Gebiets umziehen, desto höher ist statistisch die Kriminalitäts- und Drogenrate.
Wenig Bindung in der Nachbarschaft und soziale Desorganisation Risikofaktor. Gebiete, deren Bewohnerinnen und Bewohner sich ihrer Nachbarschaft nicht verbunden fühlen, die hohe Raten an Vandalismus aufweisen und wo öffentliche Orte wenig überwacht werden, haben oft mehr Probleme mit Drogen, Drogenhandel, Kriminalität und Gewalt.
Hochgradige soziale und räumliche Ausgrenzung Risikofaktor. Kinder, die in Gebieten mit Armut, schlechten Lebensbedingungen und hoher Arbeitslosigkeit aufwachsen, sind in ihrer Pubertät und im späteren Erwachsenenalter stärker gefährdet, Probleme zu entwickeln.

Jeder Haken bedeutet, dass mindestens zwei wissenschaftliche Längsschnittstudien den Zusammenhang zwischen diesem Risikofaktor und der Problemverhaltensweise belegen.

Hawkins, Catalano & Miller (1992) · Arthur, Hawkins, Pollard, Catalano & Baglioni (2002) · Catalano, Oesterle, Fleming & Hawkins (2004) · Social Development Research Group, University of Washington

Alle 18 Erläuterungen als Fließtext anzeigen
  1. FAMILIE Nr. 01 Risikofaktor

    Geschichte des Problemverhaltens in der Familie

    Wenn Kinder in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil oder ein Geschwisterteil alkohol- oder drogenabhängig ist oder war, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie später Alkohol- oder Drogenprobleme bekommen. Wenn Kinder in einer Familie mit krimineller Vergangenheit aufwachsen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie selbst kriminelles Verhalten entwickeln.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst · Partnergewalt

  2. FAMILIE Nr. 02 Risikofaktor

    Probleme mit dem Familienmanagement

    Dieser Risikofaktor umfasst, dass Eltern kein klares Bild davon haben, welches Verhalten sie sich von ihren Kindern wünschen, dass sie ihre Kinder ungenügend beaufsichtigen oder dass Konsequenzen auf Regelverstöße unklar oder übermäßig streng ausfallen.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst · Partnergewalt

  3. FAMILIE Nr. 03 Risikofaktor

    Konflikte in der Familie

    Ständige und große Konflikte zwischen den Eltern oder zwischen Eltern und Kindern erhöhen das Risiko problematischer Entwicklungen. Die Erfahrung häuslicher Gewalt erhöht insbesondere die Wahrscheinlichkeit, später selbst gewalttätiges Verhalten zu entwickeln.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst · Partnergewalt

  4. FAMILIE Nr. 04 Risikofaktor

    Zustimmende elterliche Haltungen zu Problemverhalten

    Die Einstellung und das Verhalten von Eltern zu Drogen, Kriminalität und Gewalt prägen das Verhalten ihrer Kinder. Kinder von Eltern, die Gesetzesübertretungen verharmlosen oder gutheißen, sind stärker gefährdet, später selbst Probleme mit Jugendkriminalität zu entwickeln.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Partnergewalt

  5. SCHULE Nr. 08 Risikofaktor

    Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten

    Vor allem Kinder zwischen 5 und 8 Jahren, die sich in der Schule aggressiv verhalten oder Probleme haben, ihre Impulse zu kontrollieren, sind später stärker gefährdet, Drogen zu konsumieren und kriminell oder gewalttätig zu werden.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst · Partnergewalt

  6. SCHULE Nr. 09 Risikofaktor

    Lernrückstände seit der Grundschule

    Schlechte Schulleistungen ab den letzten Jahren der Grundschule weisen auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Problemverhalten hin. Ungeachtet der Ursache ist die Erfahrung wiederholten Versagens entwicklungsprägend.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst

  7. SCHULE Nr. 10 Risikofaktor

    Fehlende Bindung zur Schule

    Fehlende Bindung zur Schule bedeutet, dass die Schule keinen zentralen Stellenwert im Leben eines Kindes mehr einnimmt. Jugendliche, die diesen Bezugspunkt verloren haben, sind stärker gefährdet, ein Problemverhalten zu entwickeln.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch

  8. KINDER UND IHR FREUNDESKREIS Nr. 14 Risikofaktor

    Entfremdung und Auflehnung

    Jugendliche, die sich nicht als Teil der Gesellschaft erleben, sich nicht an gängige Regeln halten oder eine aktiv auflehnende Haltung einnehmen, sind stärker gefährdet, Drogenkonsum, Kriminalität und Schulabbruch zu entwickeln.

    Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch

  9. KINDER UND IHR FREUNDESKREIS Nr. 15 Risikofaktor

    Umgang mit Gleichaltrigen mit Problemverhalten

    Jugendliche, die Umgang mit Altersgenossinnen und -genossen pflegen, die ein Problemverhalten zeigen, sind stärker gefährdet, dieselben Probleme zu entwickeln. Dies ist einer der konstantesten in Studien nachgewiesenen Risikofaktoren.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Partnergewalt

  10. KINDER UND IHR FREUNDESKREIS Nr. 16 Risikofaktor

    Zustimmende Haltungen zum Problemverhalten

    In der Grundschule sind Kinder oft deutlich gegen Drogen und Kriminalität eingestellt. Mit den Jahren kann sich ihre Einstellung ändern: Zustimmung zu Gesetzesübertretungen und Substanzkonsum geht der Ausübung oft voraus.

    Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch

  11. KINDER UND IHR FREUNDESKREIS Nr. 17 Risikofaktor

    Früher Beginn des Problemverhaltens

    Je früher Jugendliche das Interesse an der Schule verlieren, Drogen konsumieren, Straftaten begehen oder sexuell aktiv werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Partnergewalt

  12. KINDER UND IHR FREUNDESKREIS Nr. 18 Risikofaktor

    Anlagebedingte Faktoren

    Angeborene Abweichungen sind Faktoren biologischen oder physiologischen Ursprungs. Sie kommen häufig bei Jugendlichen vor, die Sensationen suchen, Gefahren nicht aus dem Weg gehen und Impulse schlecht kontrollieren können.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Depression und Angst

  13. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 23 Risikofaktor

    Verfügbarkeit von Alkohol, Tabak und Drogen

    Je mehr Drogen und Alkohol innerhalb eines Gebiets verfügbar sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Gebiet konsumiert wird. Auch die Wahrnehmung leichter Verfügbarkeit ist bereits ein eigenständiger Risikofaktor.

    Gewalt · Substanzkonsum

  14. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 24 Risikofaktor

    Verfügbarkeit von Waffen

    In Deutschland geht es bei diesem Risikofaktor vor allem um den Besitz und das Tragen von Waffen wie Messern. In Gebieten mit höherer Verfügbarkeit steigt das Risiko gewalttätiger Auseinandersetzungen.

    Gewalt · Delinquenz

  15. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 25 Risikofaktor

    Normen, die Problemverhalten fördern

    Über Normen innerhalb eines Gebiets wird sehr unterschiedlich kommuniziert: durch Gesetze und Veröffentlichungen, durch informelle soziale Interaktion und durch die Erwartungshaltung, die Erwachsene gegenüber Jugendlichen einnehmen.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum

  16. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 26 Risikofaktor

    Fluktuation und häufiges Umziehen

    Bewohnerinnen und Bewohner von Gebieten mit hoher Fluktuation sind stärker gefährdet, Drogen- oder Kriminalitätsprobleme zu entwickeln. Je mehr Menschen innerhalb eines Gebiets umziehen, desto höher ist statistisch die Kriminalitäts- und Drogenrate.

    Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst

  17. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 27 Risikofaktor

    Wenig Bindung in der Nachbarschaft und soziale Desorganisation

    Gebiete, deren Bewohnerinnen und Bewohner sich ihrer Nachbarschaft nicht verbunden fühlen, die hohe Raten an Vandalismus aufweisen und wo öffentliche Orte wenig überwacht werden, haben oft mehr Probleme mit Drogen, Drogenhandel, Kriminalität und Gewalt.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum

  18. NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL Nr. 28 Risikofaktor

    Hochgradige soziale und räumliche Ausgrenzung

    Kinder, die in Gebieten mit Armut, schlechten Lebensbedingungen und hoher Arbeitslosigkeit aufwachsen, sind in ihrer Pubertät und im späteren Erwachsenenalter stärker gefährdet, Probleme zu entwickeln.

    Gewalt · Delinquenz · Substanzkonsum · Schulabbruch · Depression und Angst

Risikofaktor FAMILIE

Geschichte des Problemverhaltens in der Familie

Wenn Kinder in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil oder ein Geschwisterteil alkohol- oder drogenabhängig ist oder war, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie später Alkohol- oder Drogenprobleme bekommen. Wenn Kinder in einer Familie mit krimineller Vergangenheit aufwachsen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie selbst kriminelles Verhalten entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor FAMILIE

Probleme mit dem Familienmanagement

Dieser Risikofaktor umfasst, dass Eltern kein klares Bild davon haben, welches Verhalten sie sich von ihren Kindern wünschen, dass sie ihre Kinder ungenügend beaufsichtigen oder dass Konsequenzen auf Regelverstöße unklar oder übermäßig streng ausfallen.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor FAMILIE

Konflikte in der Familie

Ständige und große Konflikte zwischen den Eltern oder zwischen Eltern und Kindern erhöhen das Risiko problematischer Entwicklungen. Die Erfahrung häuslicher Gewalt erhöht insbesondere die Wahrscheinlichkeit, später selbst gewalttätiges Verhalten zu entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor FAMILIE

Zustimmende elterliche Haltungen zu Problemverhalten

Die Einstellung und das Verhalten von Eltern zu Drogen, Kriminalität und Gewalt prägen das Verhalten ihrer Kinder. Kinder von Eltern, die Gesetzesübertretungen verharmlosen oder gutheißen, sind stärker gefährdet, später selbst Probleme mit Jugendkriminalität zu entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor SCHULE

Frühes und anhaltendes unsoziales Verhalten

Vor allem Kinder zwischen 5 und 8 Jahren, die sich in der Schule aggressiv verhalten oder Probleme haben, ihre Impulse zu kontrollieren, sind später stärker gefährdet, Drogen zu konsumieren und kriminell oder gewalttätig zu werden.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor SCHULE

Lernrückstände seit der Grundschule

Schlechte Schulleistungen ab den letzten Jahren der Grundschule weisen auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Problemverhalten hin. Ungeachtet der Ursache ist die Erfahrung wiederholten Versagens entwicklungsprägend.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor SCHULE

Fehlende Bindung zur Schule

Fehlende Bindung zur Schule bedeutet, dass die Schule keinen zentralen Stellenwert im Leben eines Kindes mehr einnimmt. Jugendliche, die diesen Bezugspunkt verloren haben, sind stärker gefährdet, ein Problemverhalten zu entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor KINDER UND IHR FREUNDESKREIS

Entfremdung und Auflehnung

Jugendliche, die sich nicht als Teil der Gesellschaft erleben, sich nicht an gängige Regeln halten oder eine aktiv auflehnende Haltung einnehmen, sind stärker gefährdet, Drogenkonsum, Kriminalität und Schulabbruch zu entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor KINDER UND IHR FREUNDESKREIS

Umgang mit Gleichaltrigen mit Problemverhalten

Jugendliche, die Umgang mit Altersgenossinnen und -genossen pflegen, die ein Problemverhalten zeigen, sind stärker gefährdet, dieselben Probleme zu entwickeln. Dies ist einer der konstantesten in Studien nachgewiesenen Risikofaktoren.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor KINDER UND IHR FREUNDESKREIS

Zustimmende Haltungen zum Problemverhalten

In der Grundschule sind Kinder oft deutlich gegen Drogen und Kriminalität eingestellt. Mit den Jahren kann sich ihre Einstellung ändern: Zustimmung zu Gesetzesübertretungen und Substanzkonsum geht der Ausübung oft voraus.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor KINDER UND IHR FREUNDESKREIS

Früher Beginn des Problemverhaltens

Je früher Jugendliche das Interesse an der Schule verlieren, Drogen konsumieren, Straftaten begehen oder sexuell aktiv werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor KINDER UND IHR FREUNDESKREIS

Anlagebedingte Faktoren

Angeborene Abweichungen sind Faktoren biologischen oder physiologischen Ursprungs. Sie kommen häufig bei Jugendlichen vor, die Sensationen suchen, Gefahren nicht aus dem Weg gehen und Impulse schlecht kontrollieren können.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Verfügbarkeit von Alkohol, Tabak und Drogen

Je mehr Drogen und Alkohol innerhalb eines Gebiets verfügbar sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Gebiet konsumiert wird. Auch die Wahrnehmung leichter Verfügbarkeit ist bereits ein eigenständiger Risikofaktor.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Verfügbarkeit von Waffen

In Deutschland geht es bei diesem Risikofaktor vor allem um den Besitz und das Tragen von Waffen wie Messern. In Gebieten mit höherer Verfügbarkeit steigt das Risiko gewalttätiger Auseinandersetzungen.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Normen, die Problemverhalten fördern

Über Normen innerhalb eines Gebiets wird sehr unterschiedlich kommuniziert: durch Gesetze und Veröffentlichungen, durch informelle soziale Interaktion und durch die Erwartungshaltung, die Erwachsene gegenüber Jugendlichen einnehmen.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Fluktuation und häufiges Umziehen

Bewohnerinnen und Bewohner von Gebieten mit hoher Fluktuation sind stärker gefährdet, Drogen- oder Kriminalitätsprobleme zu entwickeln. Je mehr Menschen innerhalb eines Gebiets umziehen, desto höher ist statistisch die Kriminalitäts- und Drogenrate.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Wenig Bindung in der Nachbarschaft und soziale Desorganisation

Gebiete, deren Bewohnerinnen und Bewohner sich ihrer Nachbarschaft nicht verbunden fühlen, die hohe Raten an Vandalismus aufweisen und wo öffentliche Orte wenig überwacht werden, haben oft mehr Probleme mit Drogen, Drogenhandel, Kriminalität und Gewalt.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt
Risikofaktor NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL

Hochgradige soziale und räumliche Ausgrenzung

Kinder, die in Gebieten mit Armut, schlechten Lebensbedingungen und hoher Arbeitslosigkeit aufwachsen, sind in ihrer Pubertät und im späteren Erwachsenenalter stärker gefährdet, Probleme zu entwickeln.

Erhöht bei

  • Gewalt
  • Delinquenz
  • Substanzkonsum
  • Schulabbruch
  • Depression und Angst
  • Partnergewalt

Einzelne Schutzfaktoren lassen sich nicht so eindeutig auf konkrete Problemverhaltensweisen abbilden wie Risikofaktoren. Wir führen die zehn CTC-Skalen daher als fünf Wirkprinzipien der Sozialen Entwicklungsstrategie, geordnet nach vier Lebensbereichen, nicht als Kreuztabelle.

FAMILIE 3
  1. FP1 Bindung

    Bindung zur Familie

    Verstehen sich Jugendliche gut mit ihren Eltern, unternehmen sie gern gemeinsam etwas und sprechen sie über das, was sie beschäftigt.

  2. FP2 Gelegenheiten

    Familiäre Gelegenheiten zur pro-sozialen Mitwirkung

    Werden Jugendliche in familiäre Entscheidungen einbezogen, haben sie Ansprechpartner bei Problemen und suchen Eltern aktiv gemeinsame Zeit.

  3. FP3 Anerkennung

    Familiäre Anerkennung für die Mitwirkung

    Äußern Eltern Stolz und loben sie, wenn Jugendliche etwas geschafft oder gut gemacht haben.

SCHULE 2
  1. SP1 Gelegenheiten

    Schulische Gelegenheiten zur pro-sozialen Mitwirkung

    Können Schülerinnen und Schüler über Klassenaktivitäten und Unterrichtsregeln mitentscheiden und ihre Lehrkräfte bei Problemen ansprechen.

  2. SP2 Anerkennung

    Schulische Anerkennung für die Mitwirkung

    Bekommen Schülerinnen und Schüler Rückmeldung, wenn sie etwas richtig machen, und informiert die Schule die Eltern über gute Leistungen.

INDIVIDUUM UND FREUNDESKREIS 4
  1. IP1 Klare Normen

    Moralische Überzeugungen und klare Normen

    Vertrauen Jugendliche in eine verbindliche moralische Ordnung: Dinge ohne Fragen zu nehmen, abzuschreiben oder zurückzuschlagen werden zurückgewiesen.

  2. IP2 Kompetenzen

    Soziale Kompetenzen

    Gelingt es Jugendlichen, Nein zu sagen, Perspektiven einzunehmen, Konflikte zu deeskalieren und Absprachen einzufordern.

  3. IP3 Bindung

    Religiosität

    Ist Glaube oder Religion für Jugendliche wichtig und nehmen sie regelmäßig an religiösen Veranstaltungen teil.

  4. IP4 Bindung

    Interaktion mit pro-sozialen Peers

    Haben Jugendliche Freundinnen und Freunde, die teilen, schlichten, sich ehrenamtlich engagieren und sich für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler einsetzen.

NACHBARSCHAFT UND STADTTEIL 2
  1. CP1 Gelegenheiten

    Gelegenheiten zur pro-sozialen Mitwirkung

    Gibt es in der Wohngegend Angebote für Jugendliche wie Sportvereine oder Jugendtreffs.

  2. CP2 Anerkennung

    Anerkennung für pro-soziale Mitwirkung

    Wohnen in der Gegend Menschen, die Jugendliche loben, ermutigen, unterstützen und ansprechen, wenn ihnen etwas Positives auffällt.

Welche Programme an diesen Faktoren arbeiten, dokumentiert die – das deutsche Evidenzregister für Präventionsprogramme.

Fragen und Antworten

Häufig geklärt.

Grundlagen STC 8
  1. Was ist Schools That Care?

    Schools That Care (oder kurz: STC) ist ein schulinterner partizipativer Prozess, der Sie bei der Erstellung und Umsetzung eines bedarfsgerechten Präventionskonzeptes für Ihre Schule unterstützt.

  2. Was sind die Vorteile von STC?

    Die teilnehmenden Schulen entwickeln eine klare Vision zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung, die vom Kollegium mitgetragen wird. Die Schulgemeinschaft entscheidet sich basierend auf den Befragungsergebnissen für Präventionsprogramme, die zum ermittelten Bedarf passen und nachweislich wirksam sind. Es besteht die Möglichkeit, dass die Schulgemeinschaft sich stärker mit ihrer Schule identifiziert und die Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden sind sowie mehr Verantwortung übernehmen. Für Sie als Schule bedeutet Schools That Care ein begleiteter Prozess – in allen Phasen erhalten Sie Unterstützung der FINDER Akademie. Das Präventionskonzept, das Sie entwickeln, ist aufgrund der Erhebung schuleigener Daten auf die Situation in Ihrer Schule angepasst.

  3. Wie lange dauert der Prozess?

    Der STC-Prozess ist in der Regel auf zwei Jahre ausgerichtet. Wenn eine Schule mit STC startet, entstehen innerhalb eines Jahres ein tragfähiges Präventionskonzept und eine Handlungsstrategie. Im zweiten STC-Jahr beginnt die Schulgemeinschaft mit der Umsetzung der geplanten Vorhaben. Wie schnell sich die ersten Ergebnisse zeigen, hängt von den konkreten Herausforderungen sowie der Bereitschaft der Schulgemeinschaft ab, Zeit und Energie in die Umsetzung zu investieren.

  4. Welche Schulformen können teilnehmen?

    STC richtet sich hauptsächlich an weiterführende Schulen. Seit 2023 bieten wir eine Begleitung im Rahmen von Schools That Care auch für Grundschulen an. Bei speziellen Schulformen oder größeren Schulsystemen sprechen Sie uns bitte konkret darauf an.

  5. Was beinhaltet ein Präventionskonzept?

    Das Präventionskonzept spiegelt die Ausgangslage, die Zielsetzung sowie den konkreten und abgestimmten Handlungsrahmen der Schule wider. Es ist wichtig, dass das Präventionskonzept nicht in der Schublade verschwindet, sondern als Handlungsgrundlage für den Schulalltag genutzt wird. Deshalb ist ein konkreter Umsetzungsplan mit klaren Fristen und Verantwortlichkeiten ein Bestandteil davon. Wie viele Teile des Konzepts für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, entscheidet die Schule. Im Rahmen von STC wird eine Kurzfassung des Konzeptes vorbereitet, die zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden kann.

  6. Was ist die „Grüne Liste Prävention„?

    Die Datenbank „Grüne Liste Prävention„ vom Landespräventionsrat Niedersachsen sammelt bundesweit auf ihre Wirksamkeit hin geprüfte Präventionsprogramme, die in Schulen durchgeführt werden können.

  7. Wer ist federführend?

    Das schulinterne Steuerungsgremium ist an erster Stelle verantwortlich für den Prozess und wird von FINDER als gemeinnützigem Dienstleister fachlich unterstützt und begleitet.

  8. Was sind Risiko- und Schutzfaktoren?

    Die Grundlage von „Schools That Care„ wurde von der Social Development Research Group (SDRG) an der Universität Washington in Seattle unter der Leitung der Professoren J. David Hawkins und Richard F. Catalano erarbeitet. Diese Initiative basiert auf über 30 Jahren internationaler Langzeitforschung zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die SDRG identifizierte empirisch belegte Risiko- und Schutzfaktoren, die das Auftreten problematischer Verhaltensweisen beeinflussen. Eine Vielzahl von Problemen im Jugendalter – wie Gewalt, Delinquenz, Schulabbruch, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Ängste, Depressionen sowie frühe Schwangerschaften – geht oft auf dieselben 19 Risikofaktoren in unterschiedlichen Kombinationen zurück. Schutzfaktoren wiederum können bei Kindern und Jugendlichen trotz starker Belastung problematisches Verhalten verhindern oder abmildern.

Für Schulleitung 4
  1. Sind mit der Einführung Kosten verbunden?

    Schools That Care kann auf Grundlage des § 20a SGB V (sog. „Präventionsgesetz„) gefördert werden. Wir beraten Sie gerne zu den Förderungsmöglichkeiten. Bitte sprechen Sie uns an.

  2. Gibt es Anmeldefristen oder andere Voraussetzungen zu beachten?

    Zu Beginn des Prozesses ist wichtig, dass die Bereitschaft von Seiten der Schulleitung und des Kollegiums vorhanden ist und alle Schulakteure bereit sind, gemeinsam an der Präventionsstrategie zu arbeiten. Hierfür wird eine offizielle Zustimmung der Schulkonferenz benötigt. Anschließend beraten wir Sie zur Förderung nach § 20a SGB V. Steht die Finanzierung fest, können wir mit dem Prozess beginnen.

  3. Welche Vorbereitungen sind von Seiten der Schule notwendig?

    Bitte klären Sie die Bereitschaft des Kollegiums ab, in einen Entwicklungsprozess einzusteigen, der auf lange Sicht Erfolge und Entlastung für die Schülerinnen und Schüler sowie für das pädagogische Personal mit sich bringen kann, aber auch einen langen Atem, Zeit- und Energieinvestition benötigt. Bilden Sie intern ein Steuerungsgremium und klären Sie die Fördermöglichkeiten. Wir beraten Sie gerne dazu.

  4. Welcher Aufwand kommt auf uns als Schule zu?

    Innerhalb des ersten Jahres finden zwei Fortbildungen vor Ort mit der Schulgemeinschaft statt. Das Steuerungsgremium nimmt zusätzlich an weiteren Online-Arbeitstreffen teil. Im zweiten Jahr widmet sich die Schulgemeinschaft der Umsetzung der gesteckten Ziele und wird im Rahmen von drei Supervisionen, die von FINDER gestaltet werden, unterstützt.

Für Präventionsbeauftragte 7
  1. Welche Maßnahmen werden vorgeschlagen oder umgesetzt?

    Jede Schule hat ihre besondere Ausgangssituation. Je nachdem, wie ausgeprägt Problemverhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler sind, welche Ausgangsvoraussetzungen sie mitbringen und was Ihre Schule bereits unternimmt, gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Geleitet werden die Empfehlungen jedoch immer von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Präventionsforschung. Die Entscheidung darüber, was umgesetzt wird, treffen aber immer Sie als Schule selbst.

  2. Wie werden die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der Schule ermittelt?

    Die Schülerinnen und Schüler werden in einer umfassenden wissenschaftlich validierten Befragung zu ihrem Verhalten sowie zu den dahinter liegenden Risiko- und Schutzfaktoren befragt. Auch das pädagogische Personal hat die Möglichkeit, an einer Umfrage zu seinem Gesundheitszustand und belastenden Faktoren teilzunehmen. Aus diesen Daten können die Präventionsbedarfe ermittelt und eine Strategie ausgearbeitet werden.

  3. Wer ist an der Steuerungsgruppe beteiligt?

    Das Steuerungsgremium ist eine Kerngruppe aus vier bis sechs Schlüsselpersonen an der Schule. Es gilt der Grundsatz: so viele Beteiligte, wie für die Abbildung verschiedener Perspektiven nötig sind – so wenige Mitglieder wie möglich, um entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben. Das Steuerungsgremium kann aus Vertreterinnen und Vertretern der Lehrer- und Schülerschaft (optional) und im besten Fall der Schulleitung sowie Schulsozialarbeit zusammengesetzt sein. Optional kann auch die Elternvertretung beteiligt sein.

  4. Was sind die Aufgaben des Steuerungsgremiums?

    Das Steuerungsgremium hat die zentrale Aufgabe, den STC-Prozess in der Schule anzuregen und voranzubringen. Die Mitglieder setzen sich vertieft mit Befragungsergebnissen auseinander, stellen das schuleigene Präventionskonzept mit Unterstützung der Prozessbegleitung fertig, koordinieren die Umsetzung des Handlungsplans und kommunizieren proaktiv mit der Prozessbegleitung und anderen Schulakteuren (einschließlich Schülerschaft und Eltern). Weitere Aufgaben umfassen die organisatorische Vorbereitung der Fortbildungen vor Ort sowie die Unterstützung bei der Moderation in einem großen Kollegium.

  5. Wie häufig tagt das Steuerungsgremium?

    Die Zusammenarbeit des Steuerungsgremiums kann flexibel und individuell gestaltet werden. Es wird empfohlen, dass das Steuerungsgremium an den Fortbildungen teilnimmt und die Ergebnisse für die Schulgemeinschaft bekannt macht. Für die Häufigkeit der Sitzungen gilt der Grundsatz: so oft wie nötig und so wenig wie möglich.

  6. Was passiert mit den Befragungsergebnissen?

    Die anonym erfassten Befragungsdaten werden automatisiert ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst. Ihre Prozessbegleitung fasst bedeutsame Ergebnisse zusätzlich in einer Präsentation und einem Kurzbericht für Sie zusammen. Die Berichte werden der Schule zur Verfügung gestellt und bilden eine wichtige Grundlage für die Ausarbeitung der Präventionsstrategie. Durch die Priorisierung von Risiko- und Schutzfaktoren, die im Abgleich mit Referenzwerten aus anderen Schulen erfolgt, werden in der Schulgemeinschaft Ziele formuliert und das Präventionskonzept ausgerichtet.

  7. Was passiert bei der Stärkenanalyse?

    Bei der Stärkenanalyse untersucht das Steuerungsgremium gemeinsam mit der Projektbegleitung, wie gut die Schule im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung bereits aufgestellt ist. Passt das bestehende Angebot zu den priorisierten Faktoren? Gibt es Lücken oder lassen sich Ressourcen einsparen? Gemeinsam blicken wir darauf, ob die jetzigen Präventionsmaßnahmen zu den priorisierten Risiko- und Schutzfaktoren passen, und leiten daraus Handlungsbedarfe ab.

Für Lehrkräfte 4
  1. Wissen wir durch STC genau, was wir tun sollen, wenn es z.B. einen Drogenvorfall gibt?

    Aktionspläne, die konkrete Vorgehensweisen bei einem spezifischen Problemfall wie einem Vorfall mit Substanzkonsum beschreiben, werden in Interventionskonzepten festgehalten. Diese sind spezifisch und beinhalten eine schrittweise Anleitung. Ein Interventionskonzept bezieht lokale Akteure wie Jugendhilfe oder Schulpsychologie mit ein. Häufig werden solche Aktionspläne bereits auf Landesebene vorgehalten (z.B. Notfallpläne für Berliner Schulen). Im Rahmen von Schools That Care entwickelt die Schulgemeinschaft ein Präventionskonzept. Dieses ist breiter ausgelegt und beschreibt alle Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung. Falls der Bedarf nach solchen konkreten Plänen besteht und sie auf Landesebene nicht zur Verfügung stehen, kann das als Arbeitspaket definiert werden.

  2. Welche Inhalte werden in der Schülerbefragung erfasst?

    Soziodemografische Angaben, Problemverhaltensweisen (Gewalt, Delinquenz, Substanzkonsum, Mobbing, exzessiver Medienkonsum, Partnergewalt in Teenagerbeziehungen, depressive Anzeichen, Schulabsenz) sowie Risiko- und Schutzfaktoren in Familie, Schule, Freundeskreis und Nachbarschaft. Zusätzlich werden Gesundheitszustand und Lebenszufriedenheit erfragt. In der Grundschule wird ein altersangemessen reduzierter Fragebogen eingesetzt.

  3. Wie findet die Schülerbefragung statt?

    Die Befragung der Schülerinnen und Schüler findet online mittels eines umfassenden Fragebogens statt und nimmt ca. 45 Minuten in Anspruch. Der Fragebogen wurde auf Grundlage jahrzehntelanger Vorarbeiten aus den USA und den Niederlanden durch den Landespräventionsrat Niedersachsen in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten entwickelt und validiert. In Deutschland liegen seit über zehn Jahren Erfahrungen in der Nutzung des Fragebogens vor.

  4. Gibt es Beispielfragen, um sich einen Eindruck vom Fragebogen zu machen?

    Zum Thema Jugendgewalt werden zum Beispiel Fragen gestellt wie: „Hast du in den letzten 12 Monaten mit Absicht etwas kaputt gemacht, was nicht dir gehört?„, „Warst du an einer Prügelei beteiligt?„, „Hattest du eine Waffe bei dir?„. Beim Substanzkonsum werden nikotinhaltige Produkte, E-Zigaretten, Shisha, Cannabis, illegale Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente abgefragt, mit Frequenz-Staffelung („0-Mal„ bis „20 Mal und häufiger in den letzten 4 Wochen„). Die Ergebnisdarstellung erfolgt als prozentualer Anteil pro Klassenstufe oder für die gesamte Schule.

Für Eltern 7
  1. Was ist der Zweck der Befragung?

    Die Befragung bietet der Schulgemeinschaft wertvolle Einblicke in die aktuellen Bedürfnisse, Stärken und Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen. Diese Informationen sind entscheidend, um gezielte Maßnahmen und Programme zu entwickeln, das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen sowie soziale und emotionale Kompetenzen im Rahmen von Präventionsmaßnahmen zu stärken.

  2. Welche Themen werden in der Befragung abgedeckt?

    Die Befragung erfasst anonymisiert Erfahrungen und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu problematischen Verhaltensweisen (Substanzgebrauch, Mobbing, Gewaltverhalten) sowie zu Risiko- und Schutzfaktoren, die diese Verhaltensweisen beeinflussen können – beispielsweise die Ausprägung sozialer Kompetenzen oder die Bindung zur Schule. Diese Informationen helfen, konkrete Handlungsbedarfe an der Schule Ihres Kindes zu identifizieren.

  3. Warum ist eine hohe Teilnahme an der Befragung wichtig?

    Je mehr Schülerinnen und Schüler teilnehmen, desto genauer sind die Ergebnisse. Die Schule kann die tatsächlichen Bedürfnisse und Meinungen der gesamten Schülerschaft besser verstehen, und das Präventionsangebot kann passgenau auf die Bedürfnisse zugeschnitten werden. Die Qualität und Genauigkeit der Befragungsergebnisse verbessern sich erheblich.

  4. Wer kann die individuellen Antworten meines Kindes einsehen?

    Die Anonymität und Vertraulichkeit der Daten Ihres Kindes sind gewährleistet. Die individuellen Antworten werden anonym erhoben. Die Auswertung erfolgt mindestens auf Klassenstufenebene. Weder FINDER noch Schulmitarbeitende noch externe Personen können nachvollziehen, welche Antworten von welchem Kind stammen.

  5. Wie wird die Altersangemessenheit der Fragen sichergestellt?

    Die Methode Schools That Care berücksichtigt die Entwicklungsstufen der Kinder und Jugendlichen. Es werden unterschiedliche Fragebögen für Grund- und weiterführende Schulen verwendet. Die Fragen sind altersgemäß gestaltet. Innerhalb des Fragebogens können sich die Fragen je nach Klassenstufe unterscheiden. In der Grundschule wird nur in der 3. und 4. Klassenstufe befragt (in Berlin und Brandenburg 3. bis 6. Klasse), in der weiterführenden Schule ab Klasse 6.

  6. Wie läuft die Befragung ab und wer führt sie durch?

    Die Durchführung findet in der Schule während einer Schulstunde statt, auf schuleigenen PCs oder Tablets, unter Anwesenheit und Betreuung durch eine Aufsichtslehrkraft.

  7. Wie gebe ich mein Einverständnis zur Teilnahme meines Kindes?

    Für die Teilnahme Ihres Kindes ist Ihre Einwilligung erforderlich. Die Schule holt Ihr Einverständnis im Vorfeld ein. Sie erhalten ein Einwilligungsschreiben in Papierform oder digital. Sie können die Teilnahme Ihres Kindes ohne Konsequenzen verweigern.

Literatur zum Programm

Forschungsstand und Belege.

Nachfolgend eine Auswahl fachbegutachteter Arbeiten und zentraler Referenzdokumente zum Programm – nicht von FINDER verfasst, aber Grundlage unserer Umsetzung in Deutschland.

  1. 2025

    von Heyden, M., Hayn, K., & Voit, V.

    Schule trifft Kommune: Ein Beispiel für datengestützte, setting-übergreifende Prävention und Gesundheitsförderung

    Das Gesundheitswesen, 87 · DOI 10.1055/s-0045-1802083

  2. 2024

    Brender, R., Bremer, K., & Kula, A.

    Evidenzregister Grüne Liste Prävention – Analyse der gelisteten wirksamkeitsgeprüften Programme

    Das Gesundheitswesen, 86(7), 474–482 · DOI 10.1055/a-2308-7256

  3. 2015

    Gloppen, K. M., Brown, E. C., Wagenaar, B. H., et al.

    Sustaining Adoption of Science-Based Prevention Through Communities That Care

    Journal of Community Psychology · DOI 10.1002/jcop.21743

  4. 2015

    Kim, B. K. E., Oesterle, S., Hawkins, J. D., & Shapiro, V. B.

    Assessing Sustained Effects of Communities That Care on Youth Protective Factors

    Journal of the Society for Social Work and Research · DOI 10.1086/684163

  5. 2014

    Hawkins, J. D., Oesterle, S., Brown, E. C., et al.

    Youth Problem Behaviors 8 Years After Implementing the Communities That Care Prevention System

    JAMA Pediatrics · DOI 10.1001/jamapediatrics.2013.4009

  6. 2013

    Brown, E. C., Hawkins, J. D., Rhew, I. C., et al.

    Prevention System Mediation of Communities That Care Effects on Youth Outcomes

    Prevention Science · DOI 10.1007/s11121-013-0413-7

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  1. Aufwand und Finanzierung
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  3. Stimmen aus der Praxis
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  5. Was nach zwei Jahren steht
  6. Phasen im STC-Zyklus
  7. Förderliche Rahmenbedingungen schaffen
  8. Die wissenschaftliche Grundlage
  9. Die Schülerbefragung im Überblick
  10. Ihre Prozessbegleitung
  11. Kooperation
  12. Risiko- und Schutzfaktoren
  13. Fragen und Antworten
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