Risikokompetenz 1 / 7
Reflektiertheit
Die Fähigkeit, Risiken auf die eigene Person zu beziehen und aus eigenen wie fremden Erfahrungen zu lernen. Sie verbindet objektives Wissen mit der subjektiven Frage, was eine Situation für mich bedeutet, beim Konsum ebenso wie bei anderen Entscheidungen mit Folgen.
Reflektiertheit gründet auf der Risikowahrnehmungsforschung und auf der videobasierten Szenario-Analyse (VIA), in der Jugendliche Filmszenen deuten und sich zu den Figuren in Beziehung setzen. Neuere Arbeiten ergänzen die leibliche Seite: Über die Interozeption, die Wahrnehmung eigener Körpersignale, wird Reflexion nicht rein kognitiv, sondern auch körperlich-affektiv verankert.
In REBOUND getragen von VIA-Filmarbeit, Substanzstunden
Konzepte und Quellen - Videobasierte Szenario-Analyse (VIA)
- Interozeption
- Risikokompetenz
Risikokompetenz 2 / 7
Informiertheit
Belastbares, abrufbares Wissen über Risiken und Schutzfaktoren, über psychoaktive Substanzen ebenso wie über die Bedingungen, die Gesundheit und gelingendes Aufwachsen stützen, verbunden mit der Fähigkeit, es kritisch zu bewerten und auf eigene Entscheidungen anzuwenden.
Informiertheit ist das jugendgerechte Pendant zur Gesundheits- und Drogenkompetenz (health und drug literacy). Sie setzt auf aktuelle, kritisch geprüfte Evidenz statt auf Abschreckung: im Substanzfeld etwa auf multikriterielle Gefährlichkeits-Rankings und auf das Schweregradkontinuum der Diagnostik (DSM-5, ICD-11) statt auf eine starre Trennung von Missbrauch und Abhängigkeit.
In REBOUND getragen von Substanzstunden
Konzepte und Quellen - Gesundheitskompetenz (health literacy)
- Drogenkompetenz (drug literacy)
Risikokompetenz 3 / 7
Kontrolliertheit
Die Fähigkeit, eigenes Verhalten in reizstarken oder riskanten Situationen zu steuern: über Kontrollabsicht, Kontrollerfahrung, Selbstwirksamkeit und Emotionsregulation.
Warum Selbststeuerung gerade im Jugendalter störanfällig ist, erklärt das Dual-Systems-Modell: Ein früh ausreifendes Belohnungssystem trifft auf eine erst langsam reifende kognitive Kontrolle, ein allgemeines Muster jugendlichen Risikoverhaltens. Die Anreiz-Sensitivierungs-Theorie zeigt zudem, dass Verlangen auch ohne Genusserleben überschießen kann. Kontrolliertheit braucht deshalb neben kognitiver Selbstwirksamkeit auch leibnahe Affektregulation und einen geübten Umgang mit Auslösereizen.
In REBOUND getragen von Substanzstunden, Innehalten-Training, Schulentwicklung
Konzepte und Quellen - Dual-Systems-Modell
- Anreiz-Sensitivierung (incentive sensitization)
- Selbstwirksamkeit
Risikokompetenz 4 / 7
Orientiertheit
Gelebte Sinn-, Wert- und Zukunftsorientierung: die Fähigkeit, das eigene Handeln auf längerfristige Ziele zu beziehen und in einem Werthorizont zu verorten.
Orientiertheit knüpft an Antonovskys Kohärenzgefühl (Salutogenese) und an die Forschung zur Zukunftsorientierung an. Sie ist weniger kognitive Absichtsbildung als gelebte Sinnorientierung. Bei früh belasteten Jugendlichen ist Zukunftsorientierung erschwert, was eine trauma-sensible Gestaltung der Stärken- und Lebenswege-Stunde nahelegt.
In REBOUND getragen von Stärken-Stunde, Lebenswege-Stunde
Resilienz · Ich 5 / 7
REGIE
Die eigene Hand am Steuer: positives Selbstbild, Autonomie- und Kompetenzerleben, Problemlöse- und Kommunikationsfähigkeit.
REGIE ruht auf der Selbstbestimmungstheorie (SDT): Autonomie und Kompetenz sind universelle psychologische Grundbedürfnisse, deren Erfüllung Wohlbefinden trägt. Für REBOUND heißt das, nicht nur Inhalte zu vermitteln, sondern einen autonomieförderlichen Stil zu pflegen: Wahlmöglichkeiten, Sinnstiftung und Rückmeldung zur Wirksamkeit statt zu reiner Leistung.
In REBOUND getragen von Stärken-Stunde, autonomieförderliche Kursleitung
Konzepte und Quellen - Selbstbestimmungstheorie (SDT)
- Resilienz
Resilienz · Ich-Du 6 / 7
MENTOREN
Die Fähigkeit, das eigene soziale Unterstützungsnetz wahrzunehmen, zu verstehen und zu pflegen: unterstützende, nicht-elterliche Beziehungen erkennen, etwa zu Lehrkräften, Verwandten, älteren Geschwistern oder anderen bedeutsamen Erwachsenen, und sie aktiv stärken.
Die Forschung zum natürlichen Mentoring zeigt, dass nicht die bloße Anwesenheit einer Bezugsperson wirkt, sondern Qualität und Dauer der Beziehung, also Bezogenheit, Unterstützung und Autonomieförderung. REBOUND ist dabei kein Mentorenprogramm: Der Baustein zielt darauf, dass junge Menschen ihr eigenes Unterstützungsnetz erkennen, einschätzen und gezielt pflegen.
In REBOUND getragen von Lebenswege-Stunde, Reflexion des eigenen Unterstützungsnetzes
Konzepte und Quellen - Natürliches Mentoring
- Selbstbestimmungstheorie (SDT)
Resilienz · Wir 7 / 7
TEAM
Teilhabe an funktionierenden sozialen Netzwerken, insbesondere an einer tragenden Schul- und Klassengemeinschaft.
Schulverbundenheit (school connectedness) stärkt Wohlbefinden und wirkt als Schutzfaktor, auch gegen problematischen Substanzkonsum. Verbundenheit ist allerdings zweischneidig: Schul- und Familienverbundenheit wirken schützend, während eine enge Bindung in konsumnahen Cliquen das Risiko erhöhen kann. REBOUND bearbeitet beides über Klassenklima-Arbeit und die Auseinandersetzung mit Normen im Schüler-Videoprojekt.
In REBOUND getragen von Schulentwicklung, Schüler-Videoprojekt, Peer-Mentoren
Konzepte und Quellen - Schulverbundenheit (school connectedness)
- Resilienz