PULSAR im Überblick
In stationären Einrichtungen der Jugendhilfe ist Substanzkonsum Alltagsrealität – und zugleich strukturell schwer zu adressieren. Pädagogisches Personal bewegt sich zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen, Beziehungsarbeit und akuten Konsumvorfällen, oft ohne abgestimmte Haltung im Team. PULSAR setzt genau hier an: Es ist der bisher einzige strukturierte Organisationsentwicklungs-Ansatz für dieses Setting in Deutschland.
Der Prozess führt über vier Phasen – Vorbereiten, Qualifizieren, Umsetzen und Auswerten – und kombiniert einen vierteiligen Basisworkshop mit zwei Jahren Implementierungsbegleitung. Aktuell arbeiten 22 Einrichtungen mit PULSAR.
Am Basisworkshop nehmen alle Rollen einer Einrichtung teil – Leitung, pädagogisches Personal, Hauswirtschaft, nach Möglichkeit auch externe Partner (Schulen, Beratungsstellen, Jugendamt). Im Anschluss begleitet FINDER die Einrichtung über zwei Jahre: mit E-Learning-Angeboten, Teamreflexionen, Fallsupervisionen und der gemeinsamen Entwicklung eines einrichtungsspezifischen Handlungskonzepts.
Was PULSAR leistet
- Klare Haltung im Team. Was tun wir, wenn konsumiert wird? Was dulden wir, was nicht? Auf welcher Grundlage?
- Handlungssicherheit bei Konsumvorfällen. Konkrete Abläufe, die im Akutfall funktionieren – statt Einzelfallentscheidungen unter Druck.
- Entwicklungsförderung. Substanzkonsum als Entwicklungsthema verstehen, nicht nur als Sicherheitsproblem.
- Einheitliche Dokumentation und Austausch mit externen Partnern (Schule, Jugendamt, Beratung).
Die Grundlogik – an den Strukturen eines Lebensumfelds anzusetzen und nicht nur an Individuen – ist in der internationalen Präventionsforschung gut belegt. Vgl. dazu den Magazin-Beitrag Verhältnisprävention bei riskanten Konsummustern.
Zielgruppe
- Stationäre Jugendhilfeeinrichtungen (Heime, Wohngruppen, Intensivgruppen)
- Zu beteiligen sind Leitung, pädagogisches Personal, Hauswirtschaft, idealerweise mit externen Partnern
Programmseite mit allen Details
Die vollständigen Inhalte – Ablauf, Module, Materialien, Stimmen aus teilnehmenden Einrichtungen, Anmeldung – sind auf der Programmseite gebündelt.
Zur Programmseite pulsar.training →
Finanzierung
PULSAR ist nach § 20a SGB V förderfähig. FINDER unterstützt die Einrichtung bei der Antragstellung bei der federführenden Krankenkasse. Die Förderung deckt den gesamten Prozess ab – Basisworkshop, E-Learning-Zugänge, Vor-Ort-Begleitung und Fallsupervisionen über zwei Jahre.
Kooperationspartner
- mudra e.V., Nürnberg – langjährige Kooperation in der Konzeptentwicklung und Durchführung
Stimmen aus der Praxis
„Wir haben zum ersten Mal konkrete Handlungsanweisungen für Konsumvorfälle, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Team mitgetragen werden.” – Bereichsleitung, Jugendhilfeeinrichtung (NRW)
Weitere Stimmen aus teilnehmenden Einrichtungen – aus der pädagogischen Alltagsarbeit, aus Leitung und Fachberatung – sind auf pulsar.training gebündelt.