Was nach zwei Jahren steht
Eine Schule, die den STC-Prozess vollständig durchläuft, schließt mit drei belastbaren Ergebnissen ab.
- Ein verabschiedetes Präventionskonzept, getragen von Schulleitung, Kollegium, Eltern- und Schülervertretung – verankert im Schulprogramm, nicht als Nebenprodukt.
- Datengestützte Priorisierung, die aus der anonymen Schülerbefragung die Risiko- und Schutzfaktoren ableitet, an denen die Schulgemeinschaft tatsächlich arbeiten kann.
- Förderbare Maßnahmen, ausgewählt mit Blick auf die Grüne Liste Prävention und aufgesetzt für die § 20a-Finanzierung durch die gesetzlichen Krankenkassen.
Der Ansatz wird im Rahmen des Schwesterprogramms Weitblick weiterentwickelt und extern durch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) evaluiert.
Finanzierung und Aufwand in Kürze
Wer zahlt. STC ist nach § 20a SGB V über die gesetzlichen Krankenkassen förderfähig; für Schulen im Startchancen-Programm kommt das Chancenbudget als zweite Förderschiene in Betracht. Wir beraten Schule und Schulträger bei der Antragstellung und verbinden den Prozess mit den Bundesrahmenempfehlungen der Nationalen Präventionskonferenz.
Was die Schule leistet. Einen Schulkonferenz-Beschluss, ein vier- bis sechsköpfiges Steuerungsgremium, Raum für die Schülerbefragung in einer Schulstunde, zwei Vor-Ort-Workshops im ersten Jahr und drei Supervisionen im zweiten.
Wie viel Arbeit das ist. Für das Steuerungsgremium rund zwei bis drei Stunden pro Monat im ersten Jahr, spürbar weniger ab Umsetzungsphase. Die Begleitung durch die FINDER Akademie läuft kontinuierlich über beide Jahre.
Beratung zur § 20a-Förderung anfragen →
Förderliche Rahmenbedingungen schaffen
Bereits 2012 hat die Kultusministerkonferenz in ihrer Empfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule festgelegt, dass Gesundheitsförderung und Prävention „integrale Bestandteile von Schulentwicklung” und „keine Zusatzaufgaben der Schulen” sind. Die Empfehlung verbindet diesen Auftrag mit Partizipation, Verhältnis- und Verhaltensorientierung, Lebensweltbezug, Stärkung von Lebenskompetenzen und interprofessioneller Vernetzung. STC operationalisiert genau diesen Rahmen: datengestützte Bedarfserhebung in der Schulgemeinschaft, Priorisierung gemeinsam mit Schülerschaft, Eltern und Kollegium, Anschluss an externe Partner im Sozialraum.
Der GKV-Leitfaden Prävention macht diesen Auftrag für § 20a SGB V konkret. Im Kapitel „Gesundheitsfördernde Schule” formuliert er die strukturellen Bedingungen, unter denen Krankenkassen im Setting Schule fördern: Beschluss der Schulkonferenz mit Lehrkräften, Eltern und Schülerschaft, Einbindung von Schulträger und Schulaufsicht, Bildung einer entscheidungskompetenten Steuerungsgruppe, Integration der Gesundheitsförderung in Schulprogramm und Leitbild, Bereitschaft zur Mitwirkung in Netzwerken. Maßnahmen sollen verhältnis- und verhaltenspräventiv zugleich sein, partizipativ angelegt und an den Bedarfen sowie lebens- und sozialräumlichen Voraussetzungen der Lernenden ausgerichtet. STC bildet diese Bedingungen eins zu eins ab: Phase 1 sichert den Schulkonferenz-Beschluss, Phase 2 das Steuerungsgremium, die Phasen 3 bis 6 übersetzen Bedarfserhebung, Priorisierung, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation in einen belastbaren Prozess.
Das SWK-Gutachten 2026 der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK schärft diese Linie und macht sie verbindlich: systematische Erfassung von Wohlbefinden und sozialer Eingebundenheit, datengestützte Entwicklungszyklen, sektorübergreifende Zusammenarbeit. STC bringt die drei Ebenen zusammen – den seit 2012 gesetzten bildungspolitischen Rahmen, die förderfähige Struktur nach § 20a SGB V und die Standards, die 2026 zur Pflicht werden sollen.
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Bildungspolitisch
Gesundheitsförderung und Prävention als integraler Bestandteil von Schulentwicklung – Beschluss der Länder.
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Förderrechtlich
Strukturelle Bedingungen, unter denen Krankenkassen im Setting Schule fördern.
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Zukünftiger Standard
Verbindliche Erfassung von Wohlbefinden und datengestützte Entwicklungszyklen.
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Wissenschaftliche Basis
Hawkins und Catalano, University of Washington – 30 Jahre Längsschnitt zu 19 Risiko- und Schutzfaktoren.
Die wissenschaftliche Grundlage
Schools That Care wurzelt in der der Social Development Research Group (SDRG) der University of Washington in Seattle. Über drei Jahrzehnte Längsschnittforschung zeigen robust:
- Risikofaktoren addieren sich. Eine Vielzahl jugendlicher Problemlagen – Gewalt, Delinquenz, Schulabbruch, Substanzkonsum, depressive Symptomatik, frühe Schwangerschaft – geht auf denselben Satz von 19 empirisch belegten Risikofaktoren zurück. Je mehr Faktoren gleichzeitig wirken, desto höher die Wahrscheinlichkeit problematischer Entwicklung.
- Schutzfaktoren puffern. Starke Bindungen an Familie, Schule und Nachbarschaft, Gelegenheiten zur prosozialen Mitwirkung, klare Normen und Anerkennung können trotz Belastung stabilisierend wirken.
- Wenige Hebel, viele Wirkungen. Die Reduktion eines Risikofaktors oder die Stärkung eines Schutzfaktors kann mehrere Problemfelder gleichzeitig beeinflussen.
Die Erkenntnisse sind über ethnische und kulturelle Gruppen hinweg reproduziert worden. Die Auswertung der STC-Schülerbefragung erfolgt automatisiert.
Die Schülerbefragung im Überblick
Die Befragung findet online statt, in einer Schulstunde, auf schuleigenen Geräten, begleitet durch eine Aufsichtslehrkraft. Sie dauert rund 45 Minuten. Einsatzbereich: in der Grundschule Klassenstufe 3 und 4 (in Berlin und Brandenburg 3 bis 6), in der weiterführenden Schule ab Klasse 6. Die Teilnahme bedarf der elterlichen Einwilligung und ist freiwillig.
Die Erhebung ist anonym. Die Auswertung erfolgt mindestens auf Klassenstufenebene, nie auf Individualebene. Weder FINDER noch die Schule noch Dritte können Antworten einzelnen Schülerinnen oder Schülern zuordnen.
Ihre Prozessbegleitung
Unser interdisziplinäres Kollegium begleitet den Prozess mit Tatkraft, Struktur und Flexibilität. Die Wissensbestände stammen aus Arbeits- und Organisationspsychologie, Public Health, Gesundheitsförderung, Personalentwicklung und systemischer Organisationsentwicklung, ergänzt um pädagogische, sozialarbeiterische, medizinische, psychotherapeutische und sportwissenschaftliche Qualifikationen.
Wenn Sie abschätzen möchten, ob STC zu Ihrer Schule passt, sprechen Sie uns unverbindlich an. Ein 15-minütiges Gespräch klärt die Grundfragen zu Schulform, Zeitpunkt und Finanzierung. Gespräch vereinbaren →
Kooperation
Schools That Care wird gemeinsam getragen mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein. Die Methode ist zudem in das Communities-That-Care-Netzwerk eingebettet.