Einfach Wirksam
Programm · Fortbildung

Kleine Routinen, spürbare Wirkung: Prävention im Schulalltag.

Sechzehn evidenzbasierte Unterrichtsmethoden aus der Sozialen Entwicklungsstrategie, übersetzt in den deutschen Sekundarstufen-I-Alltag. Frei zugänglich als Online-Ressource, vertieft als schulinterne Fortbildung für das Kollegium.

Zielgruppe
Lehrkräfte · Sekundarstufe I
Dauer
flexibel (½ bis 1 Tag oder bis 2 Tage)
Format
Schulinterne Fortbildung
Finanzierung
§ 20a SGB V
  • SAMHSA-Adaption Deutsche Bearbeitung einer Publikation der US-amerikanischen Substance Abuse and Mental Health Services Administration.
  • § 20a SGB V förderfähig Die schulinterne Fortbildung kann über die gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden.
Für wen

Von der einzelnen Klassenleitung bis zum Gesamtkollegium.

Die 16 Methoden lassen sich einzeln ausprobieren, im Team einarbeiten oder als schulweite Haltung verankern. Jede Ebene hat eigene Einstiege.

  1. Klassenleitung und Fachlehrkräfte

    Einzelne Lehrkräfte finden auf einfach-wirksam.schule alle Methoden mit Praxisbeispielen, Druckvorlagen und Kurzfassungen. Der Einstieg ist niederschwellig: eine Methode pro Woche im eigenen Unterricht erproben und beobachten, was sie verändert.

  2. Fachbereich und Jahrgangsteam

    Teams können die Methoden im pädagogischen Dienstag oder in der Jahrgangskonferenz gemeinsam einarbeiten. Die Kurzfassung auf einfach-wirksam.schule ersetzt dafür jedes zusätzliche Skript; die 5:1-Formel oder das ACHIEVER-Modell lassen sich binnen einer Stunde einführen.

  3. Schulleitung und Gesamtkollegium

    Für den systematischen Zugang bieten wir eine schulinterne Fortbildung an. Wir kommen ins Haus, führen in die Soziale Entwicklungsstrategie ein und arbeiten mit dem Kollegium an einer Auswahl der Methoden, die zur Präventionslandschaft Ihrer Schule passt. Förderfähig nach § 20a SGB V.

Ressource einfach-wirksam.schule

Die 16 Methoden im Volltext mit Praxisbeispielen, Downloads und kostenfreier Registrierung für Lehrkräfte. Frei zugänglich, werbefrei.

Aufbau

Module und Formate.

  1. 01

    Entscheidungsfindung

    Strukturierte Wahlmomente im Unterricht geben Schülerinnen und Schülern echte Mitbestimmung über kleine, konkrete Entscheidungen.

  2. 02

    Steigerung der Unterrichtsbeteiligung

    Methoden, die Beteiligung breit streuen, statt immer dieselben Meldenden zu aktivieren.

  3. 03

    Kooperatives Lernen (PIES)

    Vier Prinzipien für Gruppenarbeit, die Trittbrettfahren strukturell verhindern: Positive Interdependenz, Individuelle Verantwortlichkeit, Egal-verteilte Teilnahme, Simultane Interaktion.

  4. 04

    WOOP

    Wish, Outcome, Obstacle, Plan: eine vierschrittige Technik für realistische Zielbildung, entwickelt von Gabriele Oettingen.

  5. 05

    Selbsteinschätzung

    Kurzformate, mit denen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Können realistisch einordnen, bevor Feedback von außen kommt.

  6. 06

    ACHIEVER-Modell

    Sieben Schritte zur selbstregulierten Aufgabenbearbeitung, einsetzbar als Lernstrategie-Poster im Klassenraum.

  7. 07

    Die 5:1-Formel

    Fünf zugewandte Interaktionen auf eine korrigierende: eine empirisch belegte Faustregel für das Klima im Klassenzimmer.

  8. 08

    Ermutigendes Feedback

    Rückmeldungen, die Anstrengung und Prozess würdigen, statt pauschal zu loben. Konkret, spezifisch, prozessorientiert.

  9. 09

    Dankbarkeitspraxis

    Kurze ritualisierte Dankbarkeitsmomente als Beitrag zu einem zugewandten Klassenklima.

  10. 10

    Positive Begrüßung an der Tür

    Jede Schülerin, jeder Schüler wird an der Klassentür persönlich empfangen. Der wirksamste Einzelhebel für Klassenklima, den die Forschung kennt.

  11. 11

    Emotionale Einstiegshilfen

    Kurze Rituale zu Stundenbeginn, die emotionales Ankommen ermöglichen und den Übergang in den Unterricht tragen.

  12. 12

    Beziehungsdreieck

    Drei Bewegungen zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Lehrkraft-Schüler-Beziehung über das Schuljahr hinweg.

  13. 13

    Taten der Freundlichkeit

    Ein Klassenritual, das prosoziales Verhalten im Alltag sichtbar macht, ohne es zu moralisieren.

  14. 14

    Wertekompass

    Ein kurzer Impuls zur Wertklärung, der Schülerinnen und Schülern hilft, eigene Orientierungspunkte zu benennen.

  15. 15

    Mein zukünftiges Ich

    Eine bildhafte Brücke zum eigenen zukünftigen Ich, die gegenwärtige Entscheidungen an langfristige Ziele rückbindet.

  16. 16

    Wachstumsorientierte Denkweise

    Die Grundannahme, dass Fähigkeiten entwickelt werden können: wie Lehrkräfte sie in Rückmeldungen und Aufgabendesign stützen.

Zwei Wege, mit Einfach Wirksam zu arbeiten

Einfach Wirksam gibt es in zwei Varianten, die sich ergänzen.

Die freie Online-Ressource unter einfach-wirksam.schule stellt alle 16 Methoden mit Praxisbeispielen, Druckvorlagen und einer kostenfreien Registrierung zur Verfügung. Lehrkräfte können einzeln oder im Fachbereich damit arbeiten, ohne externe Begleitung.

Die schulinterne Fortbildung übersetzt die Methoden in den konkreten Unterrichtsalltag Ihrer Schule. Wir kommen ins Haus, führen in die ein, arbeiten mit dem Kollegium an einer Auswahl der Methoden und planen gemeinsam den Transfer in die einzelnen Klassen. Format und Umfang richten sich nach dem, was Ihre Schule gerade tragen kann.

Die fünf Hebel der Sozialen Entwicklungsstrategie

Die Soziale Entwicklungsstrategie beschreibt eine Entwicklungslogik: Wenn junge Menschen Gelegenheiten für prosoziale Mitwirkung bekommen, die Fertigkeiten erwerben, um daran teilzunehmen, und Anerkennung für ihren Beitrag erhalten, entsteht Bindung an prosoziale Gruppen. Diese Bindung trägt wiederum Überzeugungen und klare Normen mit, an denen sich das eigene Verhalten orientiert.

Die 16 Methoden sind diesen fünf Hebeln zugeordnet. Das Modul-Register weiter oben zeigt die Gruppierung, jede Methode verlinkt auf ihre Detailseite in der Online-Ressource.

Ursprung und Evidenz

Einfach Wirksam ist eine deutsche Adaption einer Publikation der US-amerikanischen Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA), entstanden in der Social Development Research Group (SDRG) der University of Washington unter Leitung von J. David Hawkins und Richard F. Catalano. Die zugrundeliegende Soziale Entwicklungsstrategie ist im als evidenzbasiertes Rahmenmodell geführt.

FINDER e.V. hat die Auswahl für den deutschen Sekundarstufen-I-Unterricht überarbeitet, in die Sprache deutscher Lehrkräfte übersetzt und mit Praxisbeispielen ergänzt. Der Band ist frei zugänglich; die wissenschaftlichen Belege zu den einzelnen Hebeln sind in der Literaturliste am Seitenende dokumentiert.

Schulinterne Fortbildung

Für Kollegien, die mit den Methoden systematisch arbeiten möchten, bieten wir eine schulinterne Fortbildung an. Sie greift auf, was die Schule bereits tut, und fügt die Methoden so ein, dass sie zur vorhandenen Präventionslandschaft passen.

Ein typischer Ablauf:

  • Anamnese. Wo steht die Schule? Welche Themen sind drängend, welche Strukturen tragen schon?
  • Einführung in die Soziale Entwicklungsstrategie. Das Rahmenwerk, das allen 16 Methoden zugrunde liegt.
  • Methoden-Auswahl. Aus den 16 Methoden wählt das Kollegium die drei bis fünf aus, die für den eigenen Kontext den größten Hebel haben.
  • Transferplan. Wer nutzt welche Methode ab wann? Wie werden Erfahrungen im Kollegium geteilt?

Die Fortbildung ist nach § 20a SGB V über die gesetzlichen Krankenkassen förderfähig. Wir beraten Sie zur Antragstellung und zum passenden Zuschnitt im Rahmen eines 15-minütigen Gesprächs.

Fragen und Antworten

Häufig geklärt.

Grundlagen 3
  1. Ist Einfach Wirksam ein Buch oder eine Fortbildung?

    Beides. Der Band mit den 16 Methoden liegt frei zugänglich unter einfach-wirksam.schule – lesbar im Browser, mit Druckvorlagen und kostenfreier Registrierung. Ergänzend bieten wir eine schulinterne Fortbildung an, die die Methoden im Kollegium einarbeitet und in den Unterrichtsalltag übersetzt.

  2. Was ist die Soziale Entwicklungsstrategie?

    Die Soziale Entwicklungsstrategie ist ein empirisches Rahmenmodell, das Hawkins und Catalano an der University of Washington über mehrere Jahrzehnte entwickelt haben. Es beschreibt, wie prosoziales Verhalten bei Kindern und Jugendlichen entsteht: über Gelegenheiten zur Mitwirkung, Fertigkeiten für die Mitwirkung, Anerkennung für den Beitrag, daraus wachsende Bindung und schließlich gemeinsam getragene Überzeugungen.

  3. Worauf gründet die Auswahl der 16 Methoden?

    Die Auswahl ist eine Adaption der SAMHSA-Publikation der Substance Abuse and Mental Health Services Administration. FINDER e.V. hat die Methoden für die deutsche Sekundarstufe I überarbeitet, mit Praxisbeispielen ergänzt und den fünf Hebeln der Sozialen Entwicklungsstrategie zugeordnet. Die wissenschaftlichen Belege zu den einzelnen Hebeln sind in der Literaturliste am Seitenende dokumentiert.

Ressource 2
  1. Muss ich mich für die Ressource registrieren?

    Nein. Alle 16 Methoden sind ohne Registrierung lesbar. Die kostenfreie Registrierung erlaubt es, Lesezeichen zu setzen und Druckvorlagen offline zu speichern.

  2. Gibt es Materialien zum Download?

    Zu jeder Methode finden Sie auf einfach-wirksam.schule eine Kurzfassung, Praxisbeispiele und häufig Druckvorlagen (PDF). Die Inhalte sind für den schulischen Einsatz frei nutzbar.

Schulinterne Fortbildung 4
  1. Wie läuft die schulinterne Fortbildung ab?

    Ein typischer Ablauf: eine kurze Anamnese zur Ausgangslage, eine Einführung in die Soziale Entwicklungsstrategie, die gemeinsame Auswahl von drei bis fünf Methoden, die zur Schule passen, und ein konkreter Transferplan. Format und Umfang richten sich nach dem, was die Schule tragen kann – vom halben Tag bis zu einer zweitägigen schulinternen Fortbildung.

  2. Was kostet die Fortbildung?

    Die schulinterne Fortbildung ist nach § 20a SGB V über die gesetzlichen Krankenkassen förderfähig. Wir beraten Sie zur Antragstellung und zum passenden Zuschnitt. Sprechen Sie uns an, bevor Sie einen Förderantrag vorbereiten – das erspart Ihnen doppelte Arbeit.

  3. Wer führt die Fortbildung durch?

    Die Fortbildung wird von Referentinnen und Referenten der FINDER Akademie durchgeführt, die in der Sozialen Entwicklungsstrategie geschult sind und mit dem Sekundarstufen-I-Alltag vertraut sind.

  4. Wie buche ich?

    Nehmen Sie Kontakt auf. Ein 15-minütiges Gespräch genügt, um Zuschnitt, Termin und Fördermöglichkeiten zu klären.

Literatur zum Programm

Forschungsstand und Belege.

Nachfolgend eine Auswahl peer-reviewter Arbeiten und zentraler Referenzdokumente zum Programm – nicht von FINDER verfasst, aber Grundlage unserer Umsetzung in Deutschland.

  1. 2019

    Cambron, C., Catalano, R. F., & Hawkins, J. D.

    The Social Development Model

    The Oxford Handbook of Developmental and Life-Course Criminology · DOI 10.1093/oxfordhb/9780190201371.013.13

  2. 2018

    Haggerty, K. P., & McCowan, K. J.

    Using the Social Development Strategy to Unleash the Power of Prevention

    Journal of the Society for Social Work and Research, 9(4), 741–763 · DOI 10.1086/700274

  3. 2008

    Hawkins, J. D., Kosterman, R., Catalano, R. F., Hill, K. G., & Abbott, R. D.

    Effects of Social Development Intervention in Childhood 15 Years Later

    Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 162(12), 1133–1141 · DOI 10.1001/archpedi.162.12.1133

  4. 2007

    Hawkins, J. D., Smith, B. H., Hill, K. G., Kosterman, R., Catalano, R. F., & Abbott, R. D.

    Promoting Social Development and Preventing Health and Behavior Problems During the Elementary Grades: Results from the Seattle Social Development Project

    Victims & Offenders, 2(2), 161–181 · DOI 10.1080/15564880701263049

  5. 2005

    Hawkins, J. D., Kosterman, R., Catalano, R. F., Hill, K. G., & Abbott, R. D.

    Promoting Positive Adult Functioning Through Social Development Intervention in Childhood: Long-Term Effects from the Seattle Social Development Project

    Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 159(1), 25–31 · DOI 10.1001/archpedi.159.1.25

In der vollständigen Literatursammlung ansehen →
Nächster Schritt Kontakt aufnehmen

Mandy Tuxhorn, M.Sc. Anfragen zur schulinternen Fortbildung und zur § 20a-Förderung. Im Dialogfenster finden Sie E-Mail, Telefon und einen 15-Minuten-Termin.

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