Unter welchen Bedingungen?
Psychische Gesundheit und die Frage nach dem guten Aufwachsen
- Datum Mittwoch, 14. Oktober 2026
09:00 bis 17:00 Uhr
Kalender-Eintrag herunterladen - Ort Marsilius-Kolleg, Universität Heidelberg
Anfahrt auf Google Maps - Format Präsenz
- Beitrag Kostenfrei
- Förderung Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit
- Ansprechperson Patrick Wentorp
patrick@finder-akademie.de
Die psychische Gesundheit junger Menschen ist zu einem der drängenden gesellschaftlichen Themen geworden. Bevölkerungsrepräsentative Untersuchungen wie die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der DAK-Kinder- und Jugendreport und die Trendstudie „Jugend in Deutschland" zeigen seit Jahren erhöhte Belastungswerte, mit deutlichen Unterschieden nach Geschlecht und sozialer Lage. In Schulen und Hochschulen werden diese Zahlen alltäglich erlebbar; in der ambulanten Versorgung sind monatelange Wartezeiten auf einen Therapieplatz zur strukturellen Normalität geworden. Zugleich ist seit Jahrzehnten gut belegt, was junge Menschen trägt: die Resilienzforschung (Werner, Masten) zeigt die Bedeutung tragfähiger Bindungen und früher Bewältigungserfahrungen, die Salutogenese (Antonovsky) den Wert von Sinn- und Kohärenzerleben, die Präventionswissenschaft (Hawkins, Catalano) das Zusammenspiel von Schutzfaktoren in Familie, Schule und Gemeinde, und die Sozialepidemiologie (Marmot) den Einfluss materieller und sozialer Teilhabe. Diese Forschungstraditionen verweisen gemeinsam auf einen Befund: Resilienz entsteht in Verhältnissen, die sie ermöglichen.
Die Tagung „Unter welchen Bedingungen? Psychische Gesundheit und die Frage nach dem guten Aufwachsen" nimmt diese Doppelperspektive ernst. Sie fragt zum einen nach den persönlichen Bedingungen psychischer Gesundheit: Bindung, Sinn, Selbstführung. Und sie fragt zum anderen nach den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Aufwachsen heute stattfindet: Bildungsgerechtigkeit, Wohnverhältnisse, Arbeitsmarkt, digitale Lebenswelten, ökologische Unsicherheit, polarisierte Öffentlichkeit. Wer mit jungen Menschen arbeitet, kennt die Spannung zwischen pädagogischem Anspruch und den Bedingungen, unter denen man arbeitet.
Anlass der Tagung ist der Abschluss von REBOUND 2.0. Das ursprüngliche REBOUND-Programm entstand zwischen 2010 und 2013 am Institut für Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg unter Leitung von Dr. Henrik Jungaberle und Prof. Dr. Rolf Verres: ein evidenzbasiertes Schulprogramm zur Stärkung von Lebens- und Risikokompetenz. REBOUND 2.0 hat das Programm aktualisiert und mit der Edition ReStudy in einem Aktionsforschungsansatz für die Hochschule adaptiert; die Evaluation lag bei Prof. Dr. Samuel Tomczyk an der Universität Greifswald. Der Projektabschluss markiert den Anlass. Die Tagung weitet den Blick auf die größere Frage, unter welchen Bedingungen psychische Gesundheit Heranwachsender heute gelingen kann, in Schule, Hochschule und Kommune.
Eingeladen sind alle, die mit jungen Menschen arbeiten, über sie forschen oder über die Bedingungen ihres Aufwachsens entscheiden: Lehrkräfte und Schulleitungen, Studierende und Wissenschaftler, Fachkräfte aus Jugendhilfe und Kommunalverwaltung, Mitarbeiter aus Hochschulen und Studierendenwerken, Vertreter aus Bildungs- und Gesundheitsverwaltung.
Wir freuen uns auf einen Tag, der Theorie und Praxis verbindet und Raum öffnet für die Frage, was sich am Subjekt verändern lässt und was an den Verhältnissen.
Referenten· 7
- Maximilian von Heyden, M.Sc. Public HealthEröffnung
Programmdirektor REBOUND
- Prof. Dr. phil. Karina Weichold, Dipl.-Psych.Eröffnungsvortrag
- Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas FuchsPhilosophischer Vortrag
Karl-Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie
- Patrick Wentorp, B.A. Philosophie – Neurowissenschaften – KognitionVortrag: ReStudy
- Prof. Dr. phil. Samuel Tomczyk, Dipl.-Psych.Präsentation der ReStudy-Evaluationsergebnisse
- Prof. em. Dr. med. Rolf Verres, Dipl.-Psych.Musikalischer Beitrag
- Katrin Hayn, Dipl. Sportwiss. (Rehabilitation/Prävention)Gesundheitsförderung in der Kommune
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