Zwei Sätze, ein Widerspruch
In Bewusstseinskultur (Metzinger, 2023) steht ein Satz, der für die schulische Präventionsarbeit zentral ist:
„Was in der neuen Aufmerksamkeitsökonomie tatsächlich monetarisiert wird, das ist die Zerstörung von geistiger Autonomie und damit unserer Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit noch willentlich und selbstbestimmt zu kontrollieren."
Wenige Seiten später folgt eine Empfehlung:
„Weltweit erproben bereits viele evidenzbasierte Initiativen unterschiedliche Möglichkeiten, eine säkularisierte Meditationspraxis in unser Bildungssystem zu integrieren. Vor dem Hintergrund der oben kurz skizzierten Aufmerksamkeitsökonomie und der eskalierenden Drogenproblematik scheint mir das, insbesondere für Kinder und Jugendliche, außerordentlich sinnvoll zu sein."
Beide Sätze stehen im selben Kapitel. Der erste ist gut belegt; der zweite ist seit dem Erscheinen des Buchs empirisch problematisch geworden. Dieser Beitrag versucht, die Diagnose ernst zu nehmen, ohne der Therapieempfehlung blind zu folgen.
Metzingers Programm
Thomas Metzinger ist Philosoph an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gehört zu den einflussreichsten Bewusstseinstheoretikern der deutschsprachigen Philosophie. Seine fachbegutachtete Arbeit zur minimal phenomenal experience (Metzinger, 2020) ist eine der meistzitierten Untersuchungen zur Phänomenologie des reinen Bewusstseins, mit unmittelbarer Bedeutung für die Meditationsforschung. Bewusstseinskultur ist sein erstes Buch, das die akademische Bewusstseinsphilosophie an eine breite politische Krisendiagnose anschließt.
Die Diagnose ist ungewöhnlich, weil sie drei Trägheiten zusammendenkt: die Trägheit des Klimasystems, die Trägheit des menschlichen Geistes, die Trägheit politischer Institutionen. Aus deren Zusammenspiel entsteht, was die Technikethik den pacing gap nennt: die wachsende Lücke zwischen der Geschwindigkeit, mit der Risiken entstehen, und der Geschwindigkeit, mit der Gesellschaften reagieren. Metzinger argumentiert, dass die naheliegende Reaktion auf eine solche Lage, der Zweckoptimismus, die Lücke nicht schließt, sondern verschleiert. Wer optimistisch sein muss, um motiviert zu bleiben, baut Heuchelei in seine eigene Selbstmotivation ein und verbraucht damit genau jene geistige Energie, die für die Auseinandersetzung mit der Krise nötig wäre.
Das Gegenmodell heißt intellektuelle Redlichkeit: die Bereitschaft, sich selbst nichts vorzumachen und die Wahrheit auch dann zu suchen, wenn sie unangenehm ist. Daraus entwickelt Metzinger den Begriff der Bewusstseinskultur. Sie ist die systematische Kultivierung jener Bewusstseinszustände, die als förderlich für individuelles und kollektives Wohlergehen erkannt sind. Das Vehikel ist eine säkulare Spiritualität: spirituelle Praxis ohne metaphysische Annahmen, getragen von der Bereitschaft, eigene Erfahrungen wissenschaftlich überprüfbar zu halten. Selbstachtung wird in diesem Rahmen zur entscheidenden Ressource. Sie ist die Fähigkeit, die eigene Würde unabhängig von äußerem Erfolg zu wahren, und damit, nach Metzinger, die Voraussetzung für ethisches Handeln in einer Krise, die unbequem ist und unbequem bleiben wird.
Bis hierher ist das ein in seinem Anspruch beeindruckendes Programm. Es bringt analytische Bewusstseinsphilosophie, säkularisierte Kontemplationsforschung und Klimaethik in eine Konstellation, die in der deutschsprachigen Debatte ihresgleichen sucht. Bemerkenswert ist überdies, dass Metzingers Begriff der intellektuellen Redlichkeit sich mit dem deckt, was eine evidenzbasierte Präventionspraxis schon ihrer eigenen Logik nach fordert: kontinuierliche Selbstkorrektur, Verzicht auf Selbsttäuschung, Treue zur Evidenz auch dann, wenn sie der eigenen Praxis widerspricht. Dass Metzingers Diagnose nicht nur als individueller philosophischer Beitrag gelesen wird, zeigt seine Beteiligung an der Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2024) zur Förderung der Selbstregulationskompetenzen, die seinen Bewusstseinskultur-Begriff ausdrücklich aufnimmt und fortdenkt.
Genau diese Treue eröffnet nun eine Reibungsfläche. Metzingers Schritt vom Begriff zur Praxis, von der Diagnose der Aufmerksamkeitsökonomie und der eskalierenden Drogenproblematik zur Empfehlung einer säkularen Meditationspraxis im Bildungssystem, ist 2023 in Kenntnis einer Forschungslage formuliert worden, die genau zu diesem Zeitpunkt mit der MYRIAD-Studie eine Wendung erfuhr. Sein Buch und die Hauptbefunde erschienen nahezu zeitgleich; die empirische Konturierung, von der dieser Beitrag im Folgenden ausgeht, war Metzinger zur Drucklegung kaum vollständig zugänglich. Sein 2024 erschienenes englischsprachiges Folgewerk The Elephant and the Blind (Metzinger, 2024) baut die Phänomenologie reinen Bewusstseins systematisch aus, ohne die schul-spezifische Empfehlung der Bewusstseinskultur erkennbar zu revidieren. Beide Begründungspfade, der eine über Aufmerksamkeit und Autonomie, der andere über Substanzkonsum und Selbstregulation, führen bei ihm in eine ähnliche pädagogische Antwort. Beide haben jedoch eigene Evidenzlagen, und beide werden, wie zu zeigen ist, durch eine universelle, verpflichtende Schul-Achtsamkeit so nicht eingelöst. Wichtig ist dabei: Metzinger plädiert für die Integration säkularer Meditation in Bildungssysteme und warnt im selben Buch vor Wellness-Vereinnahmung, Dogmatismus und manipulativer Anwendung. Was hier geprüft wird, ist nicht sein Programm in Gänze, sondern die spezifische Operationalisierung, an der MYRIAD gescheitert ist.
Die Diagnose: Aufmerksamkeitsökonomie
Metzingers Argument ist nicht neu, aber er bringt es auf eine knappe Form. Aufmerksamkeit ist in der digitalen Ökonomie zur knappen Ressource geworden, weil Information und Unterhaltung im Überschuss verfügbar sind. Selbstlernende Algorithmen werden auf das Ziel hin optimiert, diese Ressource zu extrahieren. Was sich darunter abspielt, ist ein systematischer Eingriff in die Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit willentlich zu lenken. Die Diagnose ist nicht spirituell, sondern präventionspolitisch.
Die OECD untermauert sie mit harten Zahlen. Im Bericht How's Life for Children in the Digital Age? (OECD, 2025) zeigt sich, dass im Mittel der OECD-Länder bereits 70 Prozent der Zehnjährigen ein eigenes Smartphone besitzen, bei den 15-Jährigen sind es 98 Prozent. In fast allen Ländern verbringt mindestens die Hälfte der 15-Jährigen 30 oder mehr Stunden pro Woche mit digitalen Geräten; eine Minderheit zwischen 10 Prozent in Japan und 43 Prozent in Italien und Lettland nutzt sie mehr als 60 Stunden wöchentlich. Rund 35 Prozent der Jugendlichen sind nach eigener Angabe „fast ständig online". Etwa zehn Prozent der 11- bis 15-Jährigen erfüllen die Kriterien für problematische Nutzung sozialer Medien, eine Steigerung um rund 50 Prozent gegenüber 2017/18.
Diese Zahlen sind nicht selbst die Krise. Sie beschreiben das Setting, in dem die Krise stattfindet. Eine wichtige methodische Vorsicht bleibt: Orben und Przybylski (2019) zeigen in Spezifikationskurven-Analysen über drei Datensätze mit n = 355.358, dass die Korrelation zwischen Bildschirmzeit und Wohlbefinden bei Jugendlichen höchstens 0,4 Prozent der Varianz erklärt; der Zusammenhang ist negativ, aber klein, und nicht groß genug, „to warrant policy change" (S. 173). Das ist keine Entwarnung, sondern eine Aufforderung, die Diagnose differenzierter zu führen. Plattformen wirken nicht einheitlich, sondern über Mechanismen, die einzeln untersucht werden müssen: Schlafverdrängung, soziale Vergleichsdynamiken, Mobbing-Kanäle, algorithmische Inhaltsexposition.
In diesen Mechanismen wird die Strukturlogik sichtbar. Cybermobbing-Raten sind zwischen 2017 und 2022 in fast allen OECD-Ländern um über 25 Prozent gestiegen; aktuell berichten 16 Prozent der 11- bis 15-Jährigen über entsprechende Erfahrungen, mit deutlich höheren Raten in benachteiligten Familien (OECD, 2025). Auch die Geschlechtsverteilung ist nicht symmetrisch: Mädchen berichten häufiger über problematische Nutzung sozialer Medien (12 Prozent gegenüber 8 Prozent der Jungen), häufiger über Belastung durch diskriminierende Online-Inhalte und häufiger über ständige Erreichbarkeit (38 Prozent gegenüber 31 Prozent der Jungen); Jungen zeigen häufiger Risikoverhalten wie ungeprüftes Teilen von Informationen oder die Beteiligung an Cybermobbing (OECD, 2025). 54 Prozent der Jugendlichen aus sozioökonomisch schwachen Haushalten lassen Benachrichtigungen beim Schlafengehen aktiviert, gegenüber 39 Prozent ihrer privilegierten Altersgenossen. Die ständige Erreichbarkeit verteilt sich nicht zufällig. Sie reproduziert die Logik der fundamental causes (Link & Phelan, 1995): Wer über mehr Verfügungsgewalt über Mittel verfügt, kann den eigenen Aufmerksamkeitsraum besser schützen.
Die Therapie, die nicht trägt
Die in den letzten Jahren am häufigsten gewählte Antwort auf diese strukturelle Krise war eine Verhaltensantwort: schulbasierte Achtsamkeitsprogramme. In Deutschland fasst sie weniger systematisch Fuß als im englischsprachigen Raum, doch Programme wie .b (Mindfulness in Schools Project), MindUP oder MBSR-adaptierte Schulmodule haben sich seit 2010 verbreitet. Das Versprechen ist groß: weniger Stress, bessere Selbstregulation, stärkeres prosoziales Klima, Resilienz gegenüber den Anforderungen einer beschleunigten Lebenswelt.
Die bislang größte cluster-randomisierte Studie zu dieser Programmklasse, MYRIAD, hat dieses Versprechen 2022 deutlich eingeschränkt. 84 britische Sekundarschulen mit 8.376 Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 bis 13 Jahren wurden 1:1 auf das .b-Programm oder die schulische Regelversorgung randomisiert. Das Hauptergebnis (Kuyken et al., 2022) zeigte keine Vorteile auf den primären Ergebnisvariablen der Jugendlichen; bei den Lehrkräften zeigten sich kurzfristig kleine Effekte auf Erschöpfung und Schulklima, die sich bei der Nachuntersuchung nach einem Jahr weitgehend verloren.
Die für die Präventionspraxis entscheidende Sekundäranalyse erschien parallel (Montero-Marin et al., 2022). Sie hatte eine ungewöhnlich klare Botschaft: „SBMT versus TAU resulted in worse scores on risk of depression and well-being in students at risk of mental health problems both at post intervention and 1-year follow-up" (S. 117). Die Differenzen waren klein und klinisch nicht relevant, aber sie wiesen in die falsche Richtung. Höhere Dosis und größere Reichweite waren mit schlechteren sozial-emotional-verhaltensbezogenen Ergebnissen verbunden. Die Autorengruppe zog den Schluss in seltener Direktheit: „SBMT as delivered in this trial is not indicated as a universal intervention. Moreover, it may be contraindicated for students with existing/emerging mental health symptoms" (Montero-Marin et al., 2022, S. 117).
Diese Befunde stehen nicht allein. Die aktualisierte Meta-Analyse von Dunning et al. (2022) über 66 randomisierte kontrollierte Studien mit 20.138 Jugendlichen fand kleine Effekte gegen passive Vergleichsgruppen (d zwischen 0,12 und 0,35), gegen aktive Vergleichsgruppen praktisch nur noch in zwei Ergebnisvariablen (Angst/Stress d = 0,11; Achtsamkeit d = 0,24), und in Studien mit Nachuntersuchung keine signifikanten positiven Effekte mehr. Odgers et al. (2020) fanden in 20 randomisierten Studien mit n = 1.582 zur Angst-Ergebnisvariable bei Kindern und Jugendlichen einen Gesamteffekt von d = 0,26, der jedoch ausschließlich durch iranische Studien getragen wurde (d = 1,25); für westliche Studien lag der Effekt bei d = 0,05 und war nicht signifikant. Galante et al. (2021) berichten in ihrer Meta-Analyse über 136 randomisierte Studien für Erwachsene zwar Vorteile gegen Wartelisten, aber kaum noch Vorteile gegen spezifische aktive Vergleichsbedingungen, mit GRADE-Konfidenz „moderate to very low".
Eine 2025 publizierte dänische Cluster-randomisierte Studie hat den Befund in einer anderen Population und mit einem anderen Programm repliziert. Juul et al. (2025) untersuchten 989 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 24 Jahren in dänischen Sekundarschulen mit dem aus MBSR adaptierten „On Top of Everything"-Curriculum, vermittelt durch trainierte Lehrkräfte. Auch hier zeigte sich kein signifikanter Hauptbefund auf das Wohlbefinden (d = 0,07 nach drei Monaten, d = −0,12 nach sechs Monaten); zwei sekundäre Befunde wiesen ungünstige kleine Effekte auf, Peer-Beziehungsprobleme (d = 0,33) und reduziertes prosoziales Verhalten (d = −0,30). Eine Replikation in anderem Land, mit älterer Stichprobe und anderem Curriculum stärkt das MYRIAD-Bild.
Die Befundlage ist jedoch nicht durchgängig negativ. Klingbeil und Renshaw (2018) berichten in ihrer Meta-Analyse über 29 Studien zu Achtsamkeitsprogrammen für Lehrkräfte einen mittleren bis großen Gesamteffekt von g = 0,60, mit Einschränkungen durch Hinweise auf Publikationsbias. Galante et al. (2021) finden für nicht-klinische Erwachsenenkontexte moderate Effekte gegen Wartelisten. Der MYRIAD-Lehrkräftearm (Kuyken et al., 2022) zeigt kurzfristig signifikante Effekte auf Erschöpfung und Schulklima. Der konsistente Befund über die jugendlichen Schülerinnen und Schüler hinweg ist also nicht, dass Achtsamkeit nicht wirkt, sondern dass sie als universelles Programm in dieser Altersgruppe in westlichen Schulkontexten nicht trägt.
Hinzu kommt eine Literatur zu unerwünschten Wirkungen, die in der hiesigen Achtsamkeitsdebatte noch wenig aufgenommen ist. Sie ist mit Vorsicht zu lesen: Die einschlägigen Studien wurden überwiegend mit erfahrenen erwachsenen Meditierenden, mit klinischen Programmen oder mit allgemeinbevölkerungsbasierten Stichproben durchgeführt. Eine direkte Übertragung der Prävalenzen auf niedrigschwellige Schul-Module ist methodisch nicht zulässig; die Befunde liefern dennoch eine Vorsichtsbasis, die in der Risiko-Nutzen-Abwägung schulischer Programme nicht fehlen sollte. Lindahl et al. (2017) haben in einer Mixed-Methods-Studie mit 60 erfahrenen buddhistischen Meditierenden 59 herausfordernde meditationsbezogene Erfahrungen in sieben Domänen identifiziert: kognitiv, perzeptuell, affektiv, somatisch, konativ, Selbst-Wahrnehmung, sozial. Britton et al. (2021) fanden in einer Stichprobe achtsamkeitsbasierter Programme (n = 96), dass 83 Prozent mindestens ein meditationsbezogenes unerwünschtes Ereignis berichteten, 37 Prozent mit funktionaler Beeinträchtigung. Britton (2019) hat das Phänomen theoretisch als umgekehrt-U-förmige Kurve gerahmt: „Most positive phenomena reach inflection points where their effects turn negative. Mindfulness is unlikely to be an exception" (S. 159). Eine repräsentative US-Studie (Van Dam et al., 2025; n = 886) fand 31,4 Prozent „challenging/difficult/distressing experience" und 9,1 Prozent funktionale Beeinträchtigung in der Allgemeinbevölkerung der Meditierenden.
Brito et al. (2021) ziehen daraus die schulspezifische Konsequenz und sprechen von „mindfulness in education as a form of iatrogenesis" (S. 261), nicht weil Achtsamkeit grundsätzlich schadet, sondern weil ihre unreflektierte Einführung in Settings mit hohen strukturellen Defiziten genau jene strukturellen Defizite individualisiert. Hyland (2017) hatte zuvor unter dem Stichwort McMindfulness kritisiert, die populäre Achtsamkeitsbewegung habe sich von ihren ethischen und spirituellen Wurzeln gelöst und sei zu einem konsumförmigen Selbsthilfe-Werkzeug ohne nachhaltige individuelle oder gesellschaftliche Wirkung verkommen. Beide Linien zielen auf denselben präventionswissenschaftlichen Kerneinwand: die Verlagerung struktureller Defizite vom Setting auf das Individuum.
Eine differenzierte Gegenstimme bezieht die UK-basierte Mindfulness Initiative (2023). In ihrer Antwort auf MYRIAD argumentiert sie, die Studie habe nicht die Wirksamkeit des Programms widerlegt, sondern eine ungünstige Implementierung dokumentiert: zu schnelle Skalierung, zu geringe Lehrkompetenz, verpflichtende statt selbstgewählter Teilnahme. Die in dieser Lesart geforderten Korrekturen, etwa selbstgewählte Teilnahme, qualifiziertere Vermittlung, schrittweise Einführung und die Anerkennung „mindfulness practice is not right for everyone", entsprechen jedoch selbst eher einem indizierten oder selektiven Modell als einer universellen Empfehlung. Auch die Pro-Seite tendiert damit implizit zur Differenzierung.
Die Leopoldina-Stellungnahme: Achtsamkeit als ein Baustein
Eine Aktualisierung der Lage liefert die im September 2024 erschienene Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Förderung der Selbstregulationskompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Kindertageseinrichtungen und Schulen (Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, 2024). Sie ist für die hier verfolgte Argumentation aus zwei Gründen entscheidend: Erstens ist Thomas Metzinger an der Stellungnahme beteiligt, und sein Bewusstseinskultur-Begriff wird im Text ausdrücklich zitiert. Zweitens datiert sie nach den MYRIAD-Befunden und versteht sich als Synthese der aktuellen Evidenzlage.
Die Stellungnahme empfiehlt, Selbstregulation zu einer Leitperspektive des deutschen Bildungssystems zu machen. In dieser Empfehlung bleibt Achtsamkeit jedoch nur einer von mehreren Bausteinen, neben verhaltensorientierten und kognitiv-verhaltensorientierten Programmen, etwa WOOP, und körperorientierten Ansätzen wie Yoga. Vor allem: Die Leopoldina behandelt die Frage der Selbstregulation nicht zuerst als Programm-, sondern als Strukturfrage. Drei Dimensionen der Unterrichtsqualität werden vorrangig genannt: effektive Klassenführung, kognitive Aktivierung, konstruktive Unterstützung. Hinzu kommen Schulentwicklung als Leitbild, Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte und der Aufbau von Indikatoren im Bildungsmonitoring.
Damit positioniert sich die Akademie an einer interessanten Stelle. Sie übernimmt Metzingers normativen Impuls, umgeht aber die universelle Achtsamkeitsempfehlung. Sie spricht mehr von Klassenführung als von Atemübungen. Das ist im Grundsatz die Verhältnis-Übersetzung, die im folgenden Abschnitt entwickelt wird, auch wenn die Stellungnahme die Begriffspaarung Verhältnis- und Verhaltensprävention nicht in dieser Schärfe verwendet.
Die Verschiebung: vom Verhalten zum Verhältnis
In der deutschsprachigen Public-Health-Tradition ist die Begriffspaarung Verhältnisprävention und Verhaltensprävention ein etablierter Zugriff. Verhaltensprävention zielt auf individuelles Tun, Verhältnisprävention auf strukturelle Bedingungen. Die Sozialdeterminanten-Forschung hat den Vorrang der Verhältnisebene nicht gegen die Verhaltensebene begründet, sondern als deren Ermöglichungsbedingung: Verhaltensprävention bleibt ein legitimer Hebel, aber sie kann den Gradienten nicht schließen, solange die Verhältnisse, die ihn erzeugen, unangetastet bleiben (Link & Phelan, 1995).
Übertragen auf die Aufmerksamkeitsökonomie: Achtsamkeitstraining ist Verhaltensprävention. Es versucht, Jugendliche zu befähigen, mit einer Lebenswelt zurechtzukommen, deren strukturelle Eigenschaften systematisch gegen die Voraussetzungen ihrer Selbstregulation arbeiten. Plattformgestaltung, automatische Benachrichtigungen, Endlos-Scroll-Architekturen und algorithmisch optimierte Reizdichte sind nicht zufällige Begleiterscheinungen, sondern Geschäftsmodell. Wer hier ausschließlich auf Verhaltens-Hebel setzt, übersetzt Metzingers Diagnose in das genaue Gegenteil seiner eigenen Logik.
Die präventionspolitisch passende Übersetzung sieht anders aus. Sie behandelt Aufmerksamkeit als ein Gut des Settings, analog zu Lärm, Luftqualität oder Schulwegen, das durch konkrete strukturelle Maßnahmen geschützt werden kann. In dieser Lesart wird Bewusstseinskultur in der Schule nicht zu einer neuen Programmkategorie, sondern zur Erweiterung dessen, was Verhältnisprävention im digitalen Setting heißt.
Drei empirische Hebel verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.
Erstens: schulische Smartphone-Restriktion. Die Evidenzlage ist hier deutlich dünner als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Böttger und Zierer (2024) berechnen in einem Rapid Review mit Meta-Analyse über fünf quantitative Studien einen Gesamteffekt von d = 0,162, ausgeprägter im sozialen Wohlbefinden als in der schulischen Leistung. Das ist ein kleiner, aber in der Richtung konsistenter Effekt; die schmale Studienbasis erlaubt keine starke Verallgemeinerung. Montag und Elhai (2023) haben die Argumentationslinien systematisch ausgearbeitet und plädieren für differenzierte Regelungen. International gewinnt die Linie an Boden: Frankreich hat 2018 ein Smartphone-Verbot in Grund- und Mittelschulen gesetzlich verankert und 2024 mit dem Pilotversuch pause numérique erweitert; die Niederlande haben ab Januar 2024 in der Sekundarstufe und ab dem Schuljahr 2024/25 auch in den Grundschulen ein klassenraumweites Verbot vereinbart; Australien hat mit dem Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024 ein Mindestalter von 16 Jahren für Konten auf benannten Plattformen eingeführt, mit Inkrafttreten am 10. Dezember 2025. Diese Maßnahmen sind politisch umgesetzt, aber empirisch erst ansatzweise evaluiert und werden in den kommenden Jahren wertvolle natürliche Experimente liefern. Was sich gegen die universelle Schul-Achtsamkeit als grundsätzliches Befundmuster zeigt, gilt umgekehrt: Auch beim Smartphone-Verbot ist eine flächige Lösung den Beleg schuldig, eine setting-spezifische Restriktion mit klarem Zweck (Schulklima, Mobbingprävention, Schlafhygiene) hat die bisher belastbarste Stütze.
Zweitens: Plattform-Politik außerhalb der Schule. Die schulische Restriktion ist die schwächere Hälfte der Verhältnisprävention. Die stärkere ist regulatorisch und liegt nicht in der Hand der einzelnen Schule. Die EU-Verordnung über digitale Dienste (Digital Services Act), eine plattformbezogene Aufsichtspflicht für minderjährige Nutzer und das Verbot bestimmter manipulativer Designmuster für Konten unter 18 Jahren sind regulatorische Optionen, deren präventive Wirksamkeit erst noch systematisch zu untersuchen ist. Es handelt sich an dieser Stelle nicht um eine empirisch gestützte Empfehlung, sondern um eine Argumentationslinie, die direkt aus der Aufmerksamkeitsökonomie-Diagnose folgt: Wer Aufmerksamkeit als geschütztes Gut behandeln will, kann die regulatorische Ebene nicht ausklammern, auch wenn die Wirksamkeitsbelege noch ausstehen. Der Brückenschlag zwischen Public-Health-Tradition und Plattform-Regulierung ist eine offene Forschungs- und Politikfrage, kein erprobter Hebel.
Drittens: Schlaf, Pause, Beziehung. Die OECD-Daten zeigen die Schlafverdrängung als robusten Mechanismus: Bildschirmzeit vor dem Einschlafen reduziert Schlafdauer und Schlafqualität, mit kaskadierenden Effekten auf Konzentration und Stimmung (OECD, 2025). Schule und Kommune können hier durch Strukturen ansetzen, die nicht primär Verhalten regulieren: Schulanfangszeiten, Hausaufgaben-Lasten, Pausenraum-Qualität, Beziehungsarbeit der Lehrkräfte. Die Lehrkräfte-Studie aus MYRIAD (Kuyken et al., 2022) zeigt, dass kleine, kurzfristig signifikante Effekte am Wohlbefinden der Lehrkräfte möglich sind, ein Hinweis darauf, dass die Erwachsenen im schulischen Lebensraum die wahrscheinlich tragfähigeren Adressaten sind als die Schülerschaft selbst.
Metzingers tragfähiger Kern
Wer Metzingers Therapieempfehlung, säkulare Meditation in der Schule, nach diesem Befund vorsichtiger nimmt, muss seine Diagnose deshalb nicht aufgeben. Im Gegenteil: Die Diagnose der Aufmerksamkeitsökonomie überlebt den Befund von MYRIAD problemlos und gewinnt durch ihn an Schärfe. Sie wird nur anders übersetzt.
Bei Metzinger findet sich eine Passage, in der er nach den „Fenstern der Plastizität" fragt, die der menschliche Geist angesichts der eskalierenden Krise besitzt. Diese Frage liest sich wie aus einem Lehrbuch der Entwicklungspsychologie. Sie ist exakt die Frage, welche die entwicklungsorientierte Prävention in der Tradition von Hawkins, Catalano und Miller (1992) seit den 1990er Jahren beantwortet: Plastizität ist altersgebunden, settinggebunden, beziehungsgebunden. Lokale Daten sagen, welche Schutz- und Risikofaktoren in einer Population in einer bestimmten Lebensphase gerade dominant sind. Der Gesamtbeschluss im Setting entscheidet, an welcher Stelle eingegriffen wird.
Diese Drei-Ebenen-Logik ist, präventionspolitisch ernstgenommen, die Operationalisierung dessen, was Metzinger philosophisch skizziert. Sie hält fest, dass globale Evidenz allein nicht reicht; sie hält fest, dass lokale Daten ohne Beschluss nicht handlungsleitend sind; sie hält fest, dass der Beschluss im Setting kollektiv getragen werden muss. Wer von Bewusstseinskultur spricht, ohne diese drei Ebenen zu meinen, läuft Gefahr, präventiv genau jenes Verhältnis zu reproduzieren, das Metzinger selbst kritisiert: die Privatisierung struktureller Probleme als individuelle Übungsaufgabe.
Was Metzinger über die Diagnose hinaus bereitstellt und was in der hiesigen Präventionsdebatte selten formuliert wird, ist eine normative Ressource. Würde, Selbstachtung und intellektuelle Redlichkeit sind keine Ornamente seiner Argumentation, sondern Werkzeuge. Wer in der Praxis erklären will, warum Schlafverdrängung durch Plattformen ein Problem ist, das über die reduzierte Konzentration in der zweiten Stunde hinausgeht, findet bei Metzinger ein Vokabular, das funktionale Argumente nicht ersetzt, aber rahmt. Die säkulare Spiritualität, die er beschreibt, ist im Kern der Vorschlag, eine wissenschaftlich überprüfbare Praxis der Selbstkultivierung gesellschaftsfähig zu machen, ohne sie an metaphysische Annahmen oder einen kommerziellen Wellness-Diskurs zu verlieren. Eine Bewusstseinskultur, die der Drei-Ebenen-Logik präventionspolitisch konsequent folgt, erbt diesen normativen Kern und ergänzt ihn um eine kontextspezifische Operationalisierung, an der das Buch selbst nur an wenigen Stellen explizit arbeitet.
Implikationen für die Praxis
Universelle schulbasierte Achtsamkeitsprogramme bei Jugendlichen werden derzeit nicht empfohlen. Die MYRIAD-Befunde sprechen gegen die großflächige Einführung; das Risiko einer Verschlechterung bei vorbelasteten Jugendlichen ist klein, aber konsistent (Montero-Marin et al., 2022). Wo Programme bestehen, lohnt eine Überprüfung der Indikation gegen die aktuelle Evidenz und eine Begleitung durch eine klinisch-psychologische Fachkraft.
Selektive und indizierte Achtsamkeitsangebote bleiben ein prüfenswerter Hebel für gut definierte Subgruppen mit klarer Indikation, in Begleitung durch klinisch ausgebildete Fachkräfte und mit Sensibilität für die Literatur zu unerwünschten Wirkungen (Britton et al., 2021; Lindahl et al., 2017).
Achtsamkeitsprogramme für Lehrkräfte sind ein eigenständiger, evidenzgestützter Hebel. Klingbeil und Renshaw (2018) berichten in ihrer Meta-Analyse über 29 Studien einen mittleren bis großen Gesamteffekt von g = 0,60, mit Hinweisen auf Publikationsbias und der Einschränkung, dass die Teilnahme in den eingeschlossenen Studien freiwillig war. Auch die MYRIAD-Lehrkräftestudie zeigt kurzfristige Effekte auf Erschöpfung und Schulklima (Kuyken et al., 2022). Wer Selbstregulation in der Schule fördern will, hat hier den belastbarsten Ansatzpunkt: nicht die Schülerschaft als primäres Ziel, sondern die Erwachsenen, die ihre Lebenswelt prägen.
Schulische Smartphone-Restriktion ist eine prüfenswerte Verhältnis-Maßnahme. Die Effektstärken sind klein und die Studienbasis schmal (Böttger & Zierer, 2024), aber die Richtung ist konsistent. Vor flächiger Übernahme empfiehlt sich eine kontextspezifische Begründung über Schulklima, Mobbingprävention oder Schlafverhalten und eine eigene Evaluation.
Plattform-Regulierung gehört auf die präventionspolitische Tagesordnung. Die Verordnung über digitale Dienste, die Novellen des Jugendschutzgesetzes und plattformbezogene Schutzmechanismen für Minderjährige sind Public-Health-Themen, auch wenn die Public-Health-Fachöffentlichkeit sie historisch nicht so behandelt hat.
Die Drei-Ebenen-Logik gilt auch im digitalen Feld. Eine Schule, die etwas gegen problematische Mediennutzung tun will, sollte in dieser Reihenfolge vorgehen: Erstens, lokale Risiko- und Schutzfaktorenprofile erheben — wie sind etwa Mediennutzung, Cybermobbing-Erfahrung, Schlafdefizit oder Schulbindung bei der eigenen Schülerschaft ausgeprägt, in welchen Klassenstufen, in welchen Subgruppen? Zweitens, die globale Evidenz prüfen — was wirkt nachweislich gegen genau diese Risiko-Schutz-Konstellation? Drittens, den Gesamtbeschluss im Setting fassen — Schulkonferenz, Steuergruppe, Eltern, gegebenenfalls Schülerbeteiligung. Wer mit Schritt zwei oder drei beginnt und Schritt eins überspringt, beantwortet vermutlich die falsche Frage.
Fazit
Metzingers Bewusstseinskultur enthält eine kraftvolle präventionspolitische Diagnose und eine schulpädagogische Empfehlung, die der inzwischen vorliegenden Evidenz nicht standhält. Beides lässt sich trennen. Wer die Diagnose ernst nimmt, übersetzt sie nicht in ein Achtsamkeitsmodul, sondern in eine Verhältnis-Politik der Aufmerksamkeit: Smartphone-Restriktion in der Schule, Plattform-Regulierung außerhalb, Beziehung und Schlaf als schützenswerte Güter im Lebensraum der Jugendlichen.
Einen versöhnenden Weg zeigt die Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2024), an der Metzinger selbst beteiligt war: Selbstregulation als Leitperspektive im deutschen Bildungssystem, mit Achtsamkeit als einem Baustein neben verhaltens- und körperorientierten Ansätzen, eingebettet in Klassenführung, Schulentwicklung und Lehrkräftebildung. In dieser Form trägt Metzingers Programm. Was bleibt, ist sein normatives Vokabular von Würde, Selbstachtung und intellektueller Redlichkeit, und genau diese Redlichkeit fordert, die Empfehlung dort, wo die Evidenz es nahelegt, zu bremsen, statt sie zu beschleunigen.
Was dieser Beitrag nicht leistet, sei der Vollständigkeit halber benannt. Metzingers zweiter Begründungspfad, die Verbindung von Selbstregulation und Substanzkonsum, ist hier nicht eigenständig empirisch geprüft worden; die einschlägige Forschungslage zu schulischen Achtsamkeitsprogrammen und Substanzkonsumprävention verlangt eine eigene Aufarbeitung. Auch die Wirksamkeitsfrage plattformregulatorischer Eingriffe bleibt empirisch offen. Beides sollte nicht als Schwäche der hier vorgetragenen Argumentation, sondern als Hinweis auf zwei dahinterliegende Forschungsfelder gelesen werden, deren Bearbeitung lohnt.
Literaturverzeichnis
Brito, R., Joseph, S., & Sellman, E. (2021). Mindfulness „in" education as a form of iatrogenesis. Journal of Transformative Education, 19(3), 261–283. https://doi.org/10.1177/1541344620987231
Britton, W. B. (2019). Can mindfulness be too much of a good thing? The value of a middle way. Current Opinion in Psychology, 28, 159–165. https://doi.org/10.1016/j.copsyc.2018.12.011
Britton, W. B., Lindahl, J. R., Cooper, D. J., Canby, N. K., & Palitsky, R. (2021). Defining and measuring meditation-related adverse effects in mindfulness-based programs. Clinical Psychological Science, 9(6), 1185–1204. https://doi.org/10.1177/2167702621996340
Böttger, T., & Zierer, K. (2024). To ban or not to ban? A rapid review on the impact of smartphone bans in schools on social well-being and academic performance. Education Sciences, 14(8), 906. https://doi.org/10.3390/educsci14080906
Dunning, D., Tudor, K., Radley, L., Dalrymple, N., Funk, J., Vainre, M., Casey, T., Sonley, A., Montero-Marin, J., Slack, J., Foulkes, L., Ahmed, S., & Kuyken, W. (2022). Do mindfulness-based programmes improve the cognitive skills, behaviour and mental health of children and adolescents? An updated meta-analysis of randomised controlled trials. Evidence-Based Mental Health, 25(3), 135–142. https://doi.org/10.1136/ebmental-2022-300464
Galante, J., Friedrich, C., Dawson, A. F., Modrego-Alarcón, M., Gebbing, P., Delgado-Suárez, I., Gupta, R. S., Dean, L., Dalgleish, T., White, I. R., & Jones, P. B. (2021). Mindfulness-based programmes for mental health promotion in adults in nonclinical settings: A systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. PLoS Medicine, 18(1), e1003481. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003481
Hawkins, J. D., Catalano, R. F., & Miller, J. Y. (1992). Risk and protective factors for alcohol and other drug problems in adolescence and early adulthood: Implications for substance abuse prevention. Psychological Bulletin, 112(1), 64–105. https://doi.org/10.1037/0033-2909.112.1.64
Hyland, T. (2017). McDonaldizing spirituality: Mindfulness, education, and consumerism. Journal of Transformative Education, 15(4), 334–356. https://doi.org/10.1177/1541344617696972
Juul, L., Frydenberg, M., Bonde, E. H., Beck, M. S., Goetzsche, K., Bruggisser, S., & Fjorback, L. O. (2025). Introducing a mindfulness-based intervention in school curriculum to 16–24-year-olds: A nationwide cluster-randomized trial. npj Mental Health Research, 4(1), Article 37. https://doi.org/10.1038/s44184-025-00150-w
Klingbeil, D. A., & Renshaw, T. L. (2018). Mindfulness-based interventions for teachers: A meta-analysis of the emerging evidence base. School Psychology Quarterly, 33(4), 501–511. https://doi.org/10.1037/spq0000291
Kuyken, W., Ball, S., Crane, C., Ganguli, P., Jones, B., Montero-Marin, J., Nuthall, E., Raja, A., Taylor, L., Tudor, K., Viner, R. M., Allwood, M., Aukland, L., Dunning, D., Casey, T., Demers, N., De Wilde, K., Ford, T., Greenberg, M. T., … Williams, J. M. G. (2022). Effectiveness of universal school-based mindfulness training compared with normal school provision on teacher mental health and school climate: Results of the MYRIAD cluster randomised controlled trial. Evidence-Based Mental Health, 25(3), 125–134. https://doi.org/10.1136/ebmental-2022-300424
Lindahl, J. R., Fisher, N. E., Cooper, D. J., Rosen, R. K., & Britton, W. B. (2017). The varieties of contemplative experience: A mixed-methods study of meditation-related challenges in Western Buddhists. PLoS ONE, 12(5), e0176239. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0176239
Link, B. G., & Phelan, J. (1995). Social conditions as fundamental causes of disease. Journal of Health and Social Behavior, 35(Extra Issue), 80–94. https://doi.org/10.2307/2626958
Metzinger, T. (2020). Minimal phenomenal experience: Meditation, tonic alertness, and the phenomenology of „pure" consciousness. Philosophy and the Mind Sciences, 1(I), 7. https://doi.org/10.33735/phimisci.2020.i.46
Metzinger, T. (2023). Bewusstseinskultur: Spiritualität, intellektuelle Redlichkeit und die planetare Krise. Berlin Verlag.
Metzinger, T. (2024). The elephant and the blind: The experience of pure consciousness; philosophy, science, and 500+ experiential reports. The MIT Press. https://doi.org/10.7551/mitpress/15196.001.0001
Mindfulness Initiative, The. (2023). Initial reflections on the MYRIAD study results. https://mindfulnessinschools.org/wp-content/uploads/2023/11/The-Mindfulness-Initiative-Response-to-MYRIAD-Study-Results.pdf
Montag, C., & Elhai, J. D. (2023). Do we need a digital school uniform? Arguments for and against a smartphone ban in schools. Societal Impacts, 1(1–2), 100002. https://doi.org/10.1016/j.socimp.2023.100002
Montero-Marin, J., Allwood, M., Ball, S., Crane, C., De Wilde, K., Hinze, V., Jones, B., Lord, L., Nuthall, E., Raja, A., Taylor, L., Tudor, K., Viner, R. M., Williams, J. M. G., Ukoumunne, O. C., Dalgleish, T., Ford, T., & Kuyken, W. (2022). School-based mindfulness training in early adolescence: What works, for whom and how in the MYRIAD trial? Evidence-Based Mental Health, 25(3), 117–124. https://doi.org/10.1136/ebmental-2022-300439
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. (2024). Förderung der Selbstregulationskompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Kindertageseinrichtungen und Schulen. https://doi.org/10.26164/leopoldina_03_01157
OECD. (2025). How's life for children in the digital age? OECD Publishing. https://doi.org/10.1787/0854b900-en
Odgers, C. L., Dargue, N., Creswell, C., Jones, M. P., & Hudson, J. L. (2020). The limited effect of mindfulness-based interventions on anxiety in children and adolescents: A meta-analysis. Clinical Child and Family Psychology Review, 23(3), 407–426. https://doi.org/10.1007/s10567-020-00319-z
Orben, A., & Przybylski, A. K. (2019). The association between adolescent well-being and digital technology use. Nature Human Behaviour, 3(2), 173–182. https://doi.org/10.1038/s41562-018-0506-1
Van Dam, N. T., Targett, K., & Davies, J. N. (2025). Incidence and predictors of meditation-related unusual experiences and adverse effects. Clinical Psychological Science, 13(3), 632–648. https://doi.org/10.1177/21677026241298269