Schriftliche Klubrichtlinien, Verantwortung von Veranstaltenden.
Verhältnisprävention
Dieses Kapitel enthält eine Definition des Begriffs der Verhältnisprävention, beschreibt relevante Ansätze und stellt Leitlinien für die Entwicklung von verhältnispräventiven Strategien für Schule und Arbeitsplatz vor. Außerdem erörtert es Merkmale und Effektivität der Tabak- und Alkoholpolitik, um bewährte Praktiken in der Politikgestaltung abzuleiten, und diskutiert verhältnispräventive Interventionen im Nachtleben sowie deren Eigenschaften.
Ein Bericht über verhältnispräventive Ansätze kann über die Website der EBDD eingesehen werden.1
Die Umwelt und ihr Einfluss
Welchen Einfluss hat das soziale Umfeld auf individuelle Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen? Zum einen prägt es soziale Normen und zum anderen beeinflusst es Überzeugungen hinsichtlich der Risiken und Konsequenzen von Verhaltensweisen. So wird beobachtetes Verhalten, wie z.B. der Substanzgebrauch unter Gleichaltrigen und/oder anderen einflussreichen Personengruppen, als eine Norm wahrgenommen. Darüber hinaus hat die Art und Weise, in der eine Kommune Gesetze oder Vorschriften durchsetzt, Einfluss darauf, wie ihre Bewohner die Toleranz oder Zustimmung zu Verhaltensweisen wie dem Substanzgebrauch beurteilen.
Verhältnisprävention hat zwei Säulen. Zum einen zielt sie darauf ab, die Exposition gegenüber psychosozialen Stressoren, gesundheitsgefährdenden baulichen Gegebenheiten, Stoffen, Strahlen und Wellen zu begrenzen und die Exposition gegenüber gesundheitszuträglichen psychosozialen Aspekten (z.B. Wertschätzung), baulichen Gegebenheiten und Stoffen zu erhöhen. Zum anderen zielt sie darauf ab, die Exposition gegenüber ungesunden und riskanten Handlungsoptionen zu begrenzen und die Verfügbarkeit gesundheitsförderlicherer Möglichkeiten zu erhöhen. Dies ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen es Auslöser für riskantes Verhalten gibt. Vereinfacht ausgedrückt verändert Verhältnisprävention die Umgebung, in der das Verhalten stattfindet (z.B. Alkoholverkaufsstellen, öffentlicher Raum oder Veranstaltungsorte). Im Gegensatz zu Ansätzen, die darauf abzielen, Fähigkeiten und Erkenntniszuwächse in Einzelpersonen oder Gruppen zu entwickeln (Verhaltensprävention), zielt Verhältnisprävention auf Gewohnheiten und Umweltbedingungen (Regeln, Gesetze, Werbung, Steuern usw.) ab, die den Zielgruppen eine überlegte und bewusste Entscheidung für das Gesündere abnehmen. Ziel ist, die gesundheitsförderliche Wahl zur einfachsten Wahl zu machen. Beispiele sind die Erhöhung der Tabaksteuer, Gesetze zum Mindestabgabealter und Ausweiskontrollen, die Senkung der Preise alkoholfreier Getränke in Nachtklubs oder das Verbot für Einzelhandelsgeschäfte in der Nähe von Schulen, Alkohol zu verkaufen.
Bei diesen Interventionen wird das Umfeld indirekt genutzt, um eine Zielgruppe anzusprechen, anstatt mit ihr direkt in Kontakt zu treten. Der Vorteil verhältnispräventiver Maßnahmen besteht darin, dass sie bei richtiger Umsetzung eine größere Reichweite entfalten können als verhaltenspräventive Maßnahmen allein. Generell sollten jedoch Verhaltens- und Verhältnisprävention koordiniert und ergänzend zueinander durchgeführt werden, um eine möglichst große gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.
Definitionen
Verhältnispräventive Maßnahmen lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen, obwohl ein enger Zusammenhang zwischen ihnen besteht: regulatorisch, physisch und ökonmisch.
Regulatorische Ansätze betreffen Veränderungen des rechtlichen Rahmens, der definiert, welche Verhaltensweisen erlaubt sind. Dazu gehören Gesetze, die den Zugang zu Substanzen durch das Mindestabgabealter regulieren, Arzneimittelvorschriften sowie Maßnahmen, die das Verhalten nach dem Gebrauch von Substanzen kontrollieren – etwa Alkohol am Steuer oder das Verbot, Alkohol an sichtbar betrunkene Personen auszugeben. Regulierungen umfassen auch die Herstellung und den Handel mit potenziell schädlichen Produkten sowie deren Vermarktung. Altersbeschränkungen, Ausschankzeiten, einheitliche, schlichte Verpackungen von Tabakerzeugnissen und das Verbot von Alkoholsponsoring im Sport sind Beispiele dafür. Einige Länder verlangen etwa als Voraussetzung für die Erteilung einer Alkoholverkaufslizenz, dass Einrichtungen Trinkwasser kostenlos bereitstellen. Für die meisten illegalen Substanzen gibt es jedoch keine Regulierung der Herstellung, des Vertriebs oder des Verkaufs. Die einzige Kontrolle erfolgt durch Gesetze, die deren Verfügbarkeit einschränken, und durch deutliche Botschaften, die die gesellschaftlichen Normen gegen ihren Konsum bekräftigen. Da die Herstellung dieser Substanzen nicht kontrolliert wird, können sie zudem mit anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen gemischt werden. Naturprodukte, die einigen dieser Substanzen zugrunde liegen – etwa Cannabis, Schlafmohn und Kokapflanzen –, können im Fundfall vernichtet werden; alternativ kann Landwirten, die diese „Nutzpflanzen” anbauen, eine Kompensation gezahlt werden, damit sie den Anbau aufgeben (Anbausubstitutionspolitik).
Physische Ansätze zielen darauf ab, die bauliche Umgebung zu verändern, in der Entscheidungen getroffen werden und Verhalten stattfindet. Dies kann sowohl das Mikroumfeld wie die Gestaltung von Bars und Nachtklubs umfassen (etwa um übermäßigen und schnellen Alkoholkonsum zu verhindern) als auch das Makroumfeld wie Stadtplanung und Landschaftsgestaltung (etwa Bereitstellung kostenloser nächtlicher Verkehrsmittel, umfassende Verkehrspolitik, Stadtteilerneuerung in benachteiligten Gebieten). Physische Interventionen können auch Gegenstände und Strukturen innerhalb der Umwelt betreffen. Derzeit besteht z.B. großes Interesse daran, Gläser so zu gestalten, dass Menschen weniger Alkohol konsumieren, als sie vermuten (z.B. indem die Gläser groß und schmal wirken, aber ein geringeres Gesamtvolumen fassen).
Ökonomische Ansätze richten sich sowohl an derzeitige als auch an potenzielle Konsumentinnen und Konsumenten und fördern durch Besteuerung, Preispolitik und Subventionen gesundheitsförderliche Entscheidungen. So haben die meisten europäischen Länder hohe Steuern auf Tabakwaren eingeführt, und einige haben ein Minimum Unit Pricing für Alkohol eingeführt, um die Erschwinglichkeit schädlicher Produkte zu verringern. Gesundheitsförderlichere Entscheidungen lassen sich ebenso durch eine Preissenkung alkoholfreier Getränke, einschließlich Wasser, in Freizeiteinrichtungen wie Pubs und Bars anstoßen.
Ein Hintergrundpapier der EBDD gibt einen Überblick über die Verhaltensregeln, die die Grundlage der Verhältnisprävention bilden.
Sozialisation und verhältnispräventive Interventionen
Präventionsfachkräfte unterstützen die positive Sozialisation von Kindern in der Gesellschaft. Der Sozialisationsprozess wird zunächst von der Familie geformt und gefestigt, dann von der Schule und schließlich von weiteren Lebenswelten und Settings fortgeführt. Diese tragen dazu bei, durch die Einhaltung von Normen, Gesetzen und Regeln angemessene Verhaltensweisen zu fördern. Verhaltenspräventive Interventionen verbinden einen Sozialisations- und Präventionsansatz und richten den Blick dabei auf das Individuum: Sie helfen ihm, Informationen darüber, was von ihm erwartet wird und welches Verhalten angemessen ist, vor seinem sozialen und emotionalen Hintergrund zu interpretieren. Sie unterstützen Einzelne darin, Entscheidungen über die Auswirkungen oder Folgen ihres Verhaltens in unterschiedlichen Settings zu treffen und neue Fähigkeiten oder Verhaltensweisen zu erlernen und anzuwenden, etwa Widerstandskompetenzen.
Wie funktioniert das für verhältnispräventive Interventionen? Zunächst müssen Gefährdungen sowie Personen, die diesen Gefährdungen ausgesetzt sind, erkannt werden. Das ist notwendig, um beide mit geeigneten Interventionen adressieren zu können – der Kerngedanke der Verhältnisprävention. Ein gesundes Umfeld meint positive Orte, die Stärken der Gesellschaft maximieren und negative Einflüsse minimieren. Verhältnispräventive Interventionen sind darauf angelegt, Kontexte zu verändern, in denen Menschen Entscheidungen treffen.
- Physisches Umfeld – Beschränkung des Zugangs zu und der Verfügbarkeit von Alkohol, Tabakerzeugnissen und anderen Substanzen
- Soziales Umfeld – Stärkung von Normen und Einstellungen im Bereich des Nichtkonsums
Neben einigen physischen Einschränkungen gibt es auch Gesetze und Richtlinien, die den Zugang zu Alkohol regeln. So liegt das Mindestabgabealter für Alkohol im internationalen Vergleich in den meisten Ländern bei 18 bis 19 Jahren. Einige Länder kennen keine Altersbeschränkung, andere haben den Kauf – vor allem aus religiösen Gründen – vollständig verboten.
Selbstverständlich können Menschen außerhalb regulierter Umgebungen und Kontrollen Alkohol konsumieren, und wenige stellen alkoholische Getränke selbst her. Deshalb ist es wichtig, ergänzend verhaltenspräventive Maßnahmen zu ergreifen, damit die Menschen ihr Trinkverhalten besser steuern können.
Um das Verhalten im sozialen Umfeld zu beeinflussen, ist es oft notwendig, politische Initiativen, Kampagnen und andere aufsuchende Maßnahmen zu fördern, die auf die Stärkung von Normen zielen. Diese Kampagnen und politischen Initiativen sollen das öffentliche Bewusstsein und die Einstellungen zum Substanzgebrauch beeinflussen und Regelungen sowie Gesetze anstoßen, die den Gebrauch oder seine Folgen verhindern. Häufig führen sie dazu, dass sich die Verhaltensnormen der Zielgruppe verschieben. So wurden etwa Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens zum Passivrauchen durch Vorschriften umgesetzt (z.B. Nichtraucherschutzgesetz) und durch „neue Normen” verstärkt, die lauteten: „Hier darf nicht geraucht werden.”
Verhältnisprävention in den Settings Schule und Betrieb
In diesem Abschnitt befassen wir uns mit verhältnispräventiven Interventionen auf Mikroebene, vor allem in Schulen und am Arbeitsplatz. Wir wollen zeigen, wie solche Interventionen zu sicheren, gesunden und produktiven Lern- und Arbeitsumgebungen beitragen. Auf der Mikroebene sind diese Interventionen zudem eher für Effektmessungen zugänglich, und ihre suchtpräventiven Ansätze entsprechend besser erforscht als Interventionen, die auf gesellschaftlicher Ebene oder höheren Makroebenen ansetzen.
Wie bereits gezeigt, sind diese beiden Ebenen des Umfelds nicht unabhängig voneinander; sie wirken zusammen und beeinflussen Werte, Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Verhältnispräventive Maßnahmen bieten die Möglichkeit, in allen Lebensbereichen konsistente Strategien zu etablieren, so dass zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft einheitliche Strategien z.B. gegen den Substanzgebrauch verfolgt werden und damit die gesellschaftliche Norm gegen Substanzgebrauch unter Jugendlichen gestärkt wird.
Schulrichtlinien
Schulrichtlinien zum Substanzgebrauch sind ein wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Präventionsansatzes. Oft werden sie allerdings beiläufig und unsystematisch entwickelt und als „Abhak-Aufgabe” behandelt, so dass sie im Gesamtstrategieplan von Schulen häufig untergehen. Schulische Richtlinien sollen daher Maßnahmen umfassen, die in der gesamten Schule vergleichsweise einfach umzusetzen sind und eine koordinierte und umfassende Reaktion auf Substanzgebrauch im Rahmen der Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden darstellen.
Umfassende Strategien sind aus mehreren Gründen wichtig und sollen Kernmaßnahmen und Prioritäten enthalten, die sich nicht nur auf den Substanzgebrauch konzentrieren, sondern auch Ansätze abdecken, die ein gesundes und unterstützendes Schulumfeld schaffen:
- Richtlinien, die Substanzgebrauch einschränken, tragen dazu bei, soziale Normen zu etablieren, nach denen Substanzgebrauch nicht toleriert wird. Wenn die Schülerschaft sieht, dass Rauchen oder Trinken auf dem Schulgelände oder bei schulischen Veranstaltungen nicht toleriert wird, sinkt die Gefährdung durch potenzielle Vorbilder, die dieses Verhalten zeigen.
- Politische Maßnahmen können zugleich verhältnispräventive Auflagen mit sich bringen, sofern sie den Zugang zu Substanzen einschränken.
- Im weiteren Rahmen sollen Strategien entwickelt werden, die der Schülerschaft deutlich machen, dass sich ihre Schule um ihr Wohlergehen kümmert und eine ganzheitliche Schulstrategie verfolgt, um ihre emotionale und positive soziale Entwicklung mit Gleichaltrigen und schulisch tätigen Erwachsenen zu unterstützen. Die Richtlinien können auch Maßnahmen umfassen, die die Beteiligung der Schülerschaft am Schulbetrieb erleichtern, wodurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Verbundenheit zwischen Lehrkörper und Schülerschaft verbessert wird.
- Sanktionen bei Vorfällen mit Substanzgebrauch können in schulischen Regelwerken eine Rolle spielen, sie müssen jedoch angemessen sein, konsequent umgesetzt werden und dürfen nicht überwiegen. Solche Vorfälle bieten zugleich die Gelegenheit, Schülerinnen und Schüler individuell zu unterstützen oder Präventionsmaßnahmen im Klassenzimmer einzuführen oder zu verstärken.
Schulregeln wie etwa Suchtmittelvereinbarungen enthalten oft eine Absichtserklärung mit Formulierungen, die auf die Notwendigkeit verweisen, eine sichere, gesunde und substanzfreie Umgebung zu schaffen und zu erhalten, um die gesunde Entwicklung der gesamten Schülerschaft zu unterstützen und sicherzustellen. Viele Regelwerke verpflichten die Schule zudem, Interventionen und Strategien umzusetzen, die bekannten Wirkprinzipien folgen und bestenfalls durch Evidenz gestützt sind. Eines der wichtigsten Ziele von Schulregeln ist es, dass sie allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft mitgeteilt werden. Wen betreffen die Regeln: Schülerschaft, Schulmitarbeitende, Gäste? Gelten sie nur auf dem Schulgelände? Wie ist mit von der Schule genehmigten Aktivitäten umzugehen? All diese Fragen sind zu berücksichtigen und breit zu kommunizieren.
Geltungsbereich und Verstöße. Die Regeln sollen den Umfang und die erfassten Substanzarten benennen – wie möchte eine Schule beispielsweise auf die wachsende Verbreitung von E-Zigaretten reagieren? Zudem ist der Umgang mit Substanzgebrauch und -besitz nicht nur in der Schule, sondern auch bei schulbezogenen Veranstaltungen zu klären. Die Regeln sollten für das Schulgelände und für Veranstaltungen gelten, an denen Lehrkräfte, Schulmitarbeitende und Schülerschaft beteiligt sind.
Darüber hinaus sollen die Regeln verdeutlichen, welche Arten substanzbezogener Vorfälle sanktioniert werden, etwa der Besitz oder Verkauf bestimmter Substanzen oder der begründete Verdacht, dass eine Schülerin oder ein Schüler unter Substanzeinfluss die Schule besucht, und wie darauf unterstützend reagiert werden soll.
Ebenso soll aus den Regeln hervorgehen, zu welchem Zeitpunkt Familien und Strafverfolgungsbehörden über ein Ereignis im Zusammenhang mit Gebrauch, Besitz und Verkauf informiert werden. Die Regeln sollen zudem klare und konsequent durchgesetzte Konsequenzen für Verstöße festlegen. Diese Strategien sollen nicht strafender Art sein, sondern darauf abzielen, Jugendliche, die Substanzen gebrauchen, in der Schule zu halten.
Beratung und Behandlung. Ist eine Schülerin oder ein Schüler in riskantes Verhalten verstrickt, kann ein frühzeitiges Erkennen und eine Kurzintervention nötig sein. Generell sollen Jugendliche, die Substanzen gebrauchen, die Möglichkeit erhalten, den Konsum in einer unterstützenden Umgebung einzustellen, in der ihr Verhalten aufmerksam begleitet wird. Dazu gehören Verhaltensweisen wie Pünktlichkeit, die Anfertigung von Hausaufgaben und ein gewisses Maß an schulischer Leistung.
Schulregeln können folgende Inhalte umfassen (sind aber nicht notwendig darauf beschränkt):
- Zweckbestimmung. Die typische Struktur von Schulregeln legt Ziele und Inhalte fest. Sie beginnen oft mit einer Absichtserklärung, die sich auf die Notwendigkeit einer sicheren, gesunden und substanzfreien Umgebung bezieht.
- Für wen gelten sie? Schulregeln benennen die Zielgruppen, auf die sie sich beziehen.
- Unterstützung evidenzbasierter Präventionsansätze. Viele Richtlinien verpflichten Schulen zur Umsetzung evidenzbasierter Programme und Strategien.
- Welche Substanzen sind gemeint? Die Regeln sollen das Spektrum der erfassten Substanzen sowie besondere Umstände wie Sportveranstaltungen, Schulausflüge und das Verhalten der Mitarbeitenden spezifizieren.
- Spezifizierte Sanktionen. Die Regeln sollen angeben, welche Arten substanzbezogener Vorfälle unter welchen Umständen sanktioniert werden.
- Kommunikation. Die Regeln sind allen Betroffenen mitzuteilen.
Die Kommunikation mit den Eltern darüber, dass ihr Kind mit Substanzen in Berührung gekommen ist, kann besonders herausfordernd sein. Eine Möglichkeit, Missverständnissen und negativen Reaktionen vorzubeugen, besteht darin, auf eine Richtlinie zu verweisen, die genau festlegt, welche Schritte die Schule in welcher Reihenfolge unternimmt.
Solche Richtlinien zu Verstößen sind entscheidend für den Erhalt einer Schulkultur, in der sich die Schülerschaft sicher und geschützt fühlt und Unterstützung erhält, wenn sie diese benötigt.
Arbeitsplatzrichtlinien
Es bestehen viele Gemeinsamkeiten zwischen Regeln am Arbeitsplatz und jenen im Schulsetting. Der Zweck beider ist der gleiche, und soll dazu beitragen eine gesunde, sichere und substanzfreie Umgebung zu schaffen; in diesem Fall aber sind die Zielgruppe Erwachsene (nicht mehr Kinder).
Wie bereits erwähnt, sind verhältnispräventive Interventionen insofern universell, als dass sie sich auf eine möglichst breite Zielgruppe konzentrieren, die unterschiedliche Erfahrungen mit Substanzen haben, obwohl die meisten davon Nichtnutzer sein werden. Folglich richten sich Arbeitsplatzrichtlinien hinsichtlich des Substanzgebrauchs an alle Mitarbeiter. Solche Richtlinien sollten umfassend gestaltet sein und sich mit Aufklärung und Prävention sowie der Ermittlung, Behandlung, Rehabilitation und Wiedereingliederung von Arbeitnehmern mit Substanzgebrauchsproblemen befassen. An der Entwicklung dieser Richtlinien sollten alle wichtigen Akteure der Organisation beteilitgt werden.
Verhältnispräventive Interventionen am Arbeitsplatz zielen u.a. auf bestimmte Arbeitsplatzmerkmale ab, die Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit des Substanzgebrauchs von Mitarbeitern haben können. Zu diesen Arbeitsplatzmerkmalen gehören die Verfügbarkeit von und der Zugang zu Alkohol oder anderen Substanzen, schlechte Arbeitsbedingungen und eine Arbeitsplatzkultur, die den Substanzgebrauch verstärkt.
Ein umfassender Ansatz zur Suchtprävention am Arbeitsplatz beginnt mit schriftlichen Präventionsrichtlinien. Diese umfassen eine Beschreibung der Haltung des Unternehmens zum Substanzgebrauch. Dabei sollen sie nicht strafend sein, sondern anerkennen, dass Substanzgebrauch ein Gesundheitsproblem darstellen kann, das oft eine Behandlung erfordert, um Konsumenten bei der Genesung zu helfen und zusätzliche negative Folgen zu verhindern. Die Richtlinien sollen für alle Mitarbeiter gelten, unabhängig von ihrem Status im Unternehmen und offen kommuniziert werden. Dazu gehört auch eine klare Kommunikation der Sanktionen bei Verstößen gegen die Richtlinien. Schwerpunkt der Verbreitungsstrategie ist jedoch, wie die Richtlinien die allgemeine Gesundheit und Sicherheit aller Arbeitnehmer fördern wird. Das verringert auch das Stigma, das mit der Suche nach Hilfe verbunden ist.
Verhältnispräventive Tabak- und Alkoholpolitik
Die internationalen Standards überprüften die bestehende Forschung zur Tabak- und Alkoholpolitik. Dabei stellten sie fest, dass es mehrere Arten von Initiativen gab, welche die Initiation und den Gebrauch von Substanzen vor allem bei jungen Menschen wirksam reduzieren konnten. Diese konzentrierten sich darauf, den Zugang zu Substanzen zu erschweren und die Initiation sowie die Entwicklung eines regelmäßigen Konsummusters zu verhindern. Folgende Anleitung stellt die Komponenten, die zur Gestaltung einer effektiven verhältnisbasierten Intervention verwendet werden können vor.
Gemäß den internationalen Standards reduziert eine Erhöhung der Preise für Alkohol und Tabak durch Besteuerung deren Konsum in der Allgemeinbevölkerung. Andere Strategien, die eine Verringerung des Gebrauchs zeigten, sind die Anhebung des Mindestalters für den Kauf von Tabak- und Alkoholprodukten sowie die Durchsetzung dieser Regel. Auch hat sich die Beschränkung und das Verbot von Werbung und anderer Formen der Vermarktung von Tabak und Alkohol an Jugendliche als wirksam erwiesen.
Wie bei vielen Präventionsmaßnahmen kann die Kombination mehrerer verhältnisbezogener Interventionen eine stärkere Wirkung erzielen als Einzelmaßnahmen. Umfassende Präventionsmaßnahmen, um minderjährige Jugendliche daran zu hindern, Tabak und Alkohol zu kaufen, beinhalten:
- Aktive und kontinuierliche Durchsetzung von Gesetzen
- Vermittlung von Wissen an (Einzel-)Händler durch eine Vielzahl von Strategien (persönlicher Kontakt, Medien und Informationsmaterialien).
- Medien- und schulbasierte Präventionsmaßnahmen zur Verstärkung von Botschaften.
Die Überprüfung der Forschungslage verhältnisbezogener Suchtprävention, die im Rahmen der Entwicklung der internationalen Standards durchgeführt wurde, ergab, dass die Erhöhung des Alkoholpreises mehrere positive Auswirkungen hatte. Sie wirkt sich sowohl auf mäßige als auch auf stark Trinkende aus, einschließlich des starken Alkoholkonsum bei Jugendlichen im Collegealter. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass eine Erhöhung des Preises für Alkohol um nur 10% mit einem Rückgang des Alkoholgebrauchs in der Allgemeinbevölkerung um 7,7% verbunden war. Zusätzlich gingen die höheren Alkoholpreise auch mit einem Rückgang von Gewalt einher.
Schlußendlich zeigte die Evidenz, dass Mehr-Ebenen-Interventionen wirksam waren, wenn sie mehrere Strategien umfassten, wie z.B:
- Beschränkung des Vertriebs von Tabakerzeugnissen
- Regulierung der Absatzwege
- Durchsetzung von Gesetzen die den Substanzzugang von Minderjährigen regulieren
- Ausbildung und Schulung für (Einzel-)Händler, wenn sie zusammen mit der Einbindung der Kommune durchgeführt werden.
Eine im Zeitraum von 2005 bis 2009 durchgeführte Studie in Norwegen und Finnland , untersuchte die Einstellungen gegenüber der Alkoholpolitik und fand heraus, dass in diesen beiden Ländern die Zustimmung zu restriktiven alkoholpolitischen Maßnahmen zunahm, während verglichen mit Daten aus Nordamerika und Australien die Zustimmung dort zurückging. Die Forscher stellten dabei fest, dass die verstärkte Unterstützung für restriktive Maßnahmen teilweise mit einer Veränderung der Überzeugungen einherging; sowohl bezogen auf die Wirksamkeit solcher Maßnahmen als auch bezogen auf die durch Alkohol verursachte Schäden. Anders ausgedrückt: Eine erhöhte Wahrnehmung der Wirksamkeit von restriktiveren alkoholpolitischen Maßnahmen war mit einem verstärkten Glauben an einen Zusammenhang von Alkoholgebrauch und seinen schädlichen Folgen verbunden. Daher schlugen die Forscher vor, dass ein stärkeres Vertrauen der Bevölkerung in die Wirksamkeit restriktiver Maßnahmen und in die durch Alkoholkonsum verursachten Schäden, die öffentliche Unterstützung für restriktive alkoholpolitische Maßnahmen erhöhen könnte. Diese Überlegungen könnten ein entscheidender Teil einer Agenda sein, die erforderlich ist, um Unterstützung für wirksame Maßnahmen aufzubauen.
Ein weiteres Beispiel einer erfolgreichen politischen Maßnahme ist das öffentliche Rauchverbot in Frankreich. Das Rauchverbot wurde dort im Februar 2007 umgesetzt und gilt für Arbeitsplätze, Einkaufszentren, Flughäfen, Bahnhöfe, Krankenhäuser und Schulen. Im Januar 2008 wurde es auf Bars, Restaurants, Hotels, Casinos und Nachtclubs erweitert. Eine Kohorte von 1500 Rauchern und 500 Nichtrauchern wurde einmal kurz vor der Umsetzung des Verbots befragt (von Dezember 2006 bis Februar 2007), und zweimal (2008 und 2012) nachdem das Verbot umgesetzt worden war. Die Quote der Raucher in den verschiedenen Settings ist zwischen der ersten und der dritten Befragungswelle deutlich zurückgegangen:
- Restaurants – von 64.7% (Befragungswelle 1) auf 2.3% (Befragungswelle 2) auf 1.4% (Befragungswelle 3)
- Arbeitsplätze – von 42.6% (Befragungswelle 1) auf 19.3% (Befragungswelle 2) auf 12.8% (Befragungswelle 3)
- Bars – von 95.9% (Befragungswelle 1) auf 3.7% (Befragungswelle 2) auf 6.6% (Befragungswelle 3)
Die Ergebnisse zeigen, dass politische Strategien zur Schaffung rauchfreier Zonen zu einer erheblichen und nachhaltigen Reduzierung des Tabakrauchens in öffentlichen Räumen führen können und gleichzeitig eine hohe Unterstützung in der Öffentlichkeit finden . Fünf Jahre nach seiner Einführung unterstützten 88 % der Nichtraucher und 78 % der Raucher das Rauchverbot.
Prävention an Orten der Freizeitkultur und des Nachtlebens
Andere Studien haben Präventionsstrategien an Orten der Freizeitkultur wie Bars, Klubs, Restaurants sowie Freiluft- oder speziellen Veranstaltungsorten für Großveranstaltungen, untersucht. Diese Orte bieten einerseits Möglichkeiten für ein soziales Zusammensein und Unterstützung für die lokale Wirtschaft, gleichzeitig aber auch Möglichkeiten für risikoreiche Verhaltensweisen, wie schädlichen Substanzgebrauch, Beteiligung am Straßenverkehr unter Substanzeinfluss und aggressivem Verhalten. Weitere Informationen und Ressourcen zu Fragen rund um das Nachtleben finden Sie auch im Antwortkatalog der EBDD .
Für ein wirksames Handeln auf regionaler Ebene werden vier Grundprinzipien aufgestellt, und zwar: fundierte Kenntnisse über regionale Probleme des Nachtlebens, Engagement für die Schaffung eines sicheren und gesunden Nachtlebens, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten regionalen Behörden sowie evidenzbasierten Reaktionen. Wenn Sie mit spezifischen evidenzbasierten Interventionen im Nachtleben nicht vertraut sind, können Sie jederzeit die Healthy Nightlife Toolbox konsultieren (Abbildung 26). Diese Toolbox bietet drei Datenbanken, eine für Interventionen, eine weitere für begleitende Literatur und eine letzte für allgemeine Literatur zur Prävention im Bereich des Nachtlebens.
DB 1
Interventionen
praxiserprobte Maßnahmen
DB 2
Begleitende Literatur
Studien zu Interventionen
DB 3
Allgemeine Literatur
Grundlagen Nachtleben-Prävention
Toolbox
Healthy Nightlife · drei Datenbanken bündeln Evidenz und Praxishilfen
hntinfo.eu
Responsible Beverage Service, Umgang mit Gästen unter Einfluss.
Beleuchtung, Parkraum, Zugang, Trinkwasser, Rückzugsorte.
Lizenzbehörden, Polizei, Gesundheitsamt, Klubbetreibende, Kommune.
Einhaltung von Altersgrenzen und Lizenzauflagen prüfen.
Die Toolbox bündelt Evidenz und Praxishilfen; die fünf Komponenten greifen idealerweise ineinander.
Im Allgemeinen verwenden die meisten Präventionsmaßnahmen in diesem Umfeld mehrere Komponenten. Dazu zählen beispielsweise die Schulung von Personal2, der Umgang mit Klienten, die unter Substanzeinwirkung stehen sowie Änderungen von Gesetzen und Richtlinien im Zusammenhang mit der Alkoholabgabe an Minderjährige oder betrunkenen Personen oder im Zusammenhang mit Alkohol im Straßenverkehr usw.
Miller et al. haben eine verhältnispräventive Maßnahme vorgeschlagen, um den Substanzgebrauch bei elektronischen Tanzmusik-Events anzugehen (bei denen tendeziell mehr konsumiert wird als bei anderen Arten von Veranstaltungen). Die Strategie besteht aus drei Komponenten und basiert auf ähnlichen Maßnahmen zur Alkoholprävention, die für den Einsatz in Bars konzipiert sind:
- Mobilisierung
- Strategien für das externe Umfeld
- Strategien für das interne Umfeld
Mobilisierung der wichtigsten Akteure – Die Motivation zur Beteiligung und zum Handeln der verschiedenen Mitglieder der Kommune, z.B. der Klubinhaber und -manager, die Polizei oder Alkoholkontrollbehörden, Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens und politischen Entscheidungsträger, ist wichtig, wenn auch oft eine Herausforderung. Es gibt jedoch einige geteilte Beweggründe, die dazu beitragen können, ein gemeinsames Verantwortungsgefühl in der gesamten Kommune zu fördern:
- Erhalt eines sicheren, rechtskonformen Umfelds für die Klubs und die Kunden, die keine Substanz gebrauchen
- Erhalt guter Geschäftspraktiken und Einhaltung der Lizenzgesetze für Alkohol;
- Erinnerung, dass der Gebrauch von Substanzen die Gewinne bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken mindert.
Die zweite Komponente – konzentriert sich auf die externe physische Umgebung des Klubs, einschließlich Beleuchtung und Parken, und bezieht sich auf Sicherheits- und Schutzmerkmale. Interventionen außerhalb des Klubgeländes umfassen folgende Aspekte:
- Überwachung des Außenraums rund um den Klub, durch Security- oder Türpersonal (z. B. Parkplätze)
- Security-Personal am Eingang, um Kunden vor Eintritt in den Klub zu überprüfen
- Identifikation von Personen die unter Substanzeinfluss stehen
- Schriftliche Klubrichtlinien, die den Zugang zum Klub einschränken
Strategien für das interne Umfeld – die dritte Komponente – beziehen sich ebenfalls auf Sicherheits- und Schutzmerkmale. Dieser Aspekt der Intervention folgt sehr genau den Maßnahmen zur Alkoholprävention. Das Schulungsangebot des Responsible Beverage Service (verantwortungsvoller Getränkeservice; RBS) zielt darauf ab, dem Servicepersonal eine Reihe von Fähigkeiten zu vermitteln, um alkoholbedingte Beeinträchtigungen zu reduzieren, einschließlich:
- Überprüfung von Ausweisen, um die Einhaltung von Altersbeschränkungen für Alkohol und anderen Vorschriften sicherzustellen;
- Förderung von Service-Praktiken, die die Wahrscheinlichkeit eines übermäßigen Gebrauchs verringern;
- Identifizierung und Reaktion auf frühzeitige Anzeichen von übermäßigem Gebrauch bei Kunden (z.B. schneller Konsum);
- Identifizierung von betrunkenen Gästen und Weigerung, diese Personen weiterhin zu bedienen
- Eingreifen, um betrunkene Gäste vom Fahren abzuhalten.
Weitere erforderliche Maßnahmen sind:
- Schriftliche Klubrichtlinien. Klubs sollten als eine angenehme und sichere Umgebung beworben werden, während sie gleichzeitig eine toleranzfreie Strategie für den illegalen Substanzgebrauch und -handel verfolgen. Dieser Ansatz sollte durch schriftliche interne Richtlinien ausgedrückt werden, die die Handlungsweisen des Personals unterstützen, um Probleme zu erkennen und einzugreifen.
- Überwachung des physischen Innenraums.
- Führungs- und Personalmaßnahmen. Sowohl das Personal als auch das Management sollten in der Lage sein, Maßnahmen zur Umsetzung der Klubrichtlinien zu ergreifen. Dazu gehört die Schulung des Personals in der Substanzerkennung und geeigneten Interventionsstrategien, wie z.B. externe verhältnispräventive Maßnahmen. Sowohl das Tür- als auch das Innenpersonal sollten diese Schulung erhalten.
Club Health hat eine Reihe von Standards für lizenzierte Räumlichkeiten, Manager und Promoter entwickelt, die aber auch als Leitfaden für Behörden dienen, welche für die Lizenzierung und Kontrolle von Nachtklubs verantwortlich sind. Sie identifizieren Schlüsselprioritäten der Nachtwirtschaft, um unverantwortliche Alkoholmarketing- und Verkaufsförderung zu beenden, die Sicherheit von Verbrauchern und Mitarbeitern zu gewährleisten und Störfaktoren für die Kommune zu verringern.
Obwohl die Wirksamkeit der Verhältnisprävention unter Alltagsbedingungen durch wissenschaftliche Ergebnisse bekräftigt wird (Abbildung 27), können Hindernisse für die Umsetzung bestehen – wobei es andererseits auch Faktoren gibt, die Verhältnisprävention attraktiver machen (Tabelle 14).
| Rubrik | Nachtclubs und Bars | Festivals und Großveranstaltungen | Freiluft- und Events |
|---|---|---|---|
|
Überblick Problemstellungen und typische Gefährdungen im Setting. |
Hoher Alkoholkonsum, Drogenexposition, aggressives Verhalten, öffentliche Ordnung, Jugendschutz am Eingang. | Zeitlich dichter Konsum, begrenzte Infrastruktur, mediale Reichweite, Mischkonsum und Hitzebelastung. | Offene Strukturen, schwer kontrollierbare Zugänge, Alkoholsponsoring bei Sport- und Straßenfesten. |
|
Evidenz Was zeigt die verfügbare Forschung? |
Responsible Beverage Service wirkt, wenn es mit Durchsetzung und Klubrichtlinien kombiniert wird. | Mehrkomponentenstrategien (Personal, Umfeld, Recht) reduzieren Schäden; Einzelmaßnahmen bleiben schwach. | Belege begrenzt; Preis- und Werberegeln aus dem Nachtleben lassen sich adaptieren, abhängig vom Veranstalter. |
|
Konsequenzen Hinweise für Politik und Praxis. |
Schulung und Klubrichtlinien verbindlich machen, Lizenzauflagen und Ausweiskontrollen konsequent umsetzen. | Kommunale Koalitionen aus Ordnungsamt, Polizei, Rettungsdienst und Veranstaltenden; Monitoring von Vorfällen und Auflagen. | Frühzeitige Absprachen mit Behörden, Sponsoring-Regeln und öffentliche Informationsangebote für Teilnehmende. |
Quelle: Portal für vorbildliche Verfahren, EBDD. Inhalte gekürzt und für die Matrix-Ansicht neu gegliedert.
| Hindernis | Hilfsmittel und Argument |
|---|---|
| 01 Wirtschaftliche Interessen Tabak- und Alkoholindustrie, Dienstleistungs- und Pharmaunternehmen stellen sich gegen Präventionspolitik. |
Mit Daten argumentieren Setzen Sie auf Studien und Kennzahlen, um das „Argument für die Prävention" sachlich zu formulieren. |
| 02 Evidenz wird übergangen Interessenvertretende ignorieren evidenzbasierte Ansätze, etwa die von der WHO als „unzureichend genutzt" bezeichnete Tabakbesteuerung. |
Erfolgsmodelle übertragen Nutzen oder adaptieren Sie erfolgreiche Strategien der Tabak- und Alkoholprävention, um sie auf vergleichbare Probleme anzuwenden. |
| 03 Politische Hürden Gesetzgebung erfordert politischen Sachverstand und das Gewinnen von Interessenvertretenden. |
Bündnisse bauen Finden Sie Unterstützung, indem Sie den Glauben an die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Strategie stärken und negative Folgen für Nicht-Konsumierende (z.B. Passivrauchen) sichtbar machen. |
| 04 Individualisierung des Themas Die Industrie stellt Konsum als individuelle Freiheitsentscheidung dar. |
Kollektive Wirkung betonen Substanzgebrauch ist ein Public-Health-Problem: er trifft Einzelne und die Bevölkerung direkt oder indirekt. |
Quelle: EUPC-Manual, Tabelle 14; Inhalte gekürzt und zeilenweise auf Hindernis und passende Gegenstrategie verdichtet.
Fußnoten
Literatur zu diesem Kapitel
- 1.EBDD (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) (2017).Health and social responses to drug problems: A European guideLuxembourg: Publications Office of the European Union.
- 2.Stovall, E. E., Rossow, I., & Rise, J. (2014).Changes in attitudes towards restrictive alcohol policy measures: The mediating role of changes in beliefsJournal of Substance Use, 19, 38–43.doi:10.3109/14659891.2012.728671
- 3.Fong, G. T., Graig, L. V., Guignard, R., Nagelhout, G. E., Tait, M. K., Driezen, P., Kennedy, R. D., Boudreau, C., Wilquin, J. L., Deutsch, A., & Beck, F. (2013).Evaluation of the smoking ban in public places in France one year and five years after its implementation: Findings from the ITC France surveyBulletin Epidémiologique Hebdomadaire (Paris France), 20, 217–223.
- 4.EBDD (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) (2017).European Drug Report 2017: Trends and DevelopmentsPublications Office of the European Union, Luxembourg.
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- 6.Miller, B. A., Holder, H. D., & Voas, R. B. (2009).Environmental strategies for prevention of drug use and risks in clubsJournal of Substance Use, 14(1), 19–38.doi:10.1080/14659890802305887
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- FINDER-Ansatz – Drei-Ebenen-Modell: Evidenz, lokale Daten, Gesamtbeschluss
EBDD (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht)(2017)
Health and social responses to drug problems: A European guide
Luxembourg: Publications Office of the European Union
Stovall, E. E., Rossow, I., & Rise, J.(2014)
Changes in attitudes towards restrictive alcohol policy measures: The mediating role of changes in beliefs
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Evaluation of the smoking ban in public places in France one year and five years after its implementation: Findings from the ITC France survey
Bulletin Epidémiologique Hebdomadaire (Paris France), 20, 217–223
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